«Tut mir in der Seele weh» - Tod nach Foul schockt Spanien
Spaniens Fußball trauert um Teneriffa-Stürmer Jesús de Miguel. Der Profi wird überhart gefoult und erleidet einen Herzstillstand. Der Tod beschäftigt nun auch die Ermittlungsbehörden.
Spaniens Fußball trauert um Teneriffa-Stürmer Jesús de Miguel. Der Profi wird überhart gefoult und erleidet einen Herzstillstand. Der Tod beschäftigt nun auch die Ermittlungsbehörden.
Der Tod des Fußballprofis Jesús de Miguel vom CD Teneriffa nach einem schweren Foulspiel hat Spanien erschüttert und beschäftigt nun auch die Mordkommission der Nationalpolizei. Der 30 Jahre alte Stürmer hatte nach einer ungestümen Attacke des gegnerischen Torwarts in der Nachspielzeit des Zweitliga-Heimspiels gegen den FC Andorra schwere Verletzungen und einen Herzstillstand erlitten. Am Morgen danach starb er im Krankenhaus. De Miguel hinterlässt seine Partnerin María und die gemeinsame Tochter Carla, die im Juni 2025 geboren wurde.
Wegen des Todesfalls nahm die Mordkommission der spanischen Nationalpolizei Ermittlungen auf. Der Fall stehe bereits unter gerichtlicher Aufsicht, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen erfuhr. Zuvor hatten der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die spanischen Behörden berichtet. Der Nachrichtenagentur AP zufolge wird wegen möglichen fahrlässigen Totschlags ermittelt.
«Es tut mir in der Seele weh», schrieb der Ex-Weltmeister Gerard Piqué auf X. Der Andorra-Mitbesitzer hatte das Unglück vor Ort miterlebt. Auch aktive und ehemalige Fußballprofis, Vereine, Verbände und Politiker bekundeten der Familie und dem Club des Spielers ihr Beileid.
Pokalspiele verschoben
Rekordmeister Real Madrid und weitere Clubs unterbrachen sofort nach der Nachricht das Training für eine Schweigeminute. Der nationale Verband RFEF sprach von einem «Verlust, der nicht zu ersetzen ist». Sämtliche für Dienstag geplanten Pokalpartien im Männer- und Frauenfußball wurden verschoben.
Die Spielergewerkschaft AFE erinnerte daran, dass de Miguel Mitglied ihres Vorstands war. Sein Tod hinterlasse eine «enorme Lücke» bei all jenen, die seine Leidenschaft für den Fußball und sein Engagement für die Rechte der Spieler geteilt hätten. «Die Sportwelt weint um de Miguel», titelte die Zeitung «El Mundo». Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, erklärte, der Tod des Fußballers schmerze ihn «zutiefst».
Beileidsbekundungen auch aus dem Ausland
Der FC Andorra äußerte sein Bedauern und Mitgefühl. «Mit gebrochenem Herzen und zutiefst erschüttert möchten wir der Familie von Jesús de Miguel, all seinen Weggefährten und Freunden sowie dem CD Teneriffa unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Ruhe in Frieden», teilte der Verein mit.
Die Anteilnahme machte an den Landesgrenzen nicht halt. Der europäische Verband UEFA sowie zahlreiche ausländische Clubs bekundeten ihr Beileid.
De Miguel war am Vorabend kurz hinter der Mittellinie vom heraus gesprinteten Andorra-Keeper Jesús Owono gefoult worden. Nach dem Zusammenprall krümmte er sich vor Schmerzen auf dem Rasen. Für die Aktion sah Owono Rot. Die Spieler beider Teams wirkten vom Anblick des Verletzten erschüttert, der Schiedsrichter brach die Partie beim Stand von 2:2 ab.
Auf Teneriffa war de Miguel Stütze des Teams und Liebling der Fans
Auf dem Weg ins Krankenhaus mussten Rettungskräfte den Fußballer dann wiederbeleben, wie es in einer ersten Club-Mitteilung hieß. Zu diesem Zeitpunkt atmete der Fußballer selbstständig, war aber bewusstlos. Um 8:00 Uhr morgens erlag der Profi seinen Verletzungen. «Es gibt keine tröstenden Worte; nichts kann diese unermessliche Trauer lindern», schrieb der CD Teneriffa.
Der in Madrid geborene Stürmer hatte sich seinen Weg in den Profifußball über mehrere unterklassige spanische Vereine erarbeitet. Nach Stationen unter anderem bei Unionistas de Salamanca und CD Castellón wechselte er im Sommer 2025 nach Teneriffa. Dort wurde er schnell zu einer wichtigen Stütze: Mit elf Toren trug er maßgeblich zum Aufstieg in die zweite Liga bei. Gleich zu Beginn seiner Zeit hatte er mit sechs Treffern in den ersten fünf Pflichtspielen einen Vereinsrekord aufgestellt.
Emilio Rappold, dpa
© dpa-infocom, dpa:261103-930-935145/5
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten