Frabz Reindl tritt erneut an, Präsident des Eishockey-Weltverbandes zu werden. (Archivbild)
Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa
Frabz Reindl tritt erneut an, Präsident des Eishockey-Weltverbandes zu werden. (Archivbild)
Eishockey

Reindl neuer Präsident des Eishockey-Weltverbandes

Nach seiner Niederlage 2021 ist Reindl nun doch noch zum Präsidenten der IIHF gekürt worden. Er setzt sich ganz knapp gegen einen früheren DEL-Torhüter durch. In vier Jahren hat Reindl viel vor.

Kurz vor seinem 72. Geburtstag ist der frühere DEB-Präsident Franz Reindl im zweiten Anlauf doch noch an sein großes Ziel gekommen und zum Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF gewählt worden. Auf dem IIHF-Kongress auf Teneriffa setzte sich der Olympia-Bronzegewinner von 1976 im zweiten Wahlgang knapp mit 60:57 Stimmen vor dem ehemaligen DEL-Torhüter Petr Briza aus Tschechien durch. Reindl ist nach Günther Sabtezki (1975 - 1994) der zweite deutsche IIHF-Präsident. 

Reindl folgt auf den Franzosen Luc Tardif (73), gegen den Reindl vor fünf Jahren bei der damaligen Wahl noch gescheitert war. Damals wurde die Wahl begleitet von Vorwürfen wegen Untreue gegen Reindl. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden später eingestellt. «Es hat natürlich die Wahl beeinflusst», sagte Reindl zuletzt im Interview der «Süddeutschen Zeitung». 

Nur vier Jahre im Amt

Tardif trat zur Wahl diesmal nicht mehr an. Für Reindl war es die letzte Chance. Laut Statuten darf ein Kandidat höchstens 72 Jahre alt sein, Reindl wird im November 72. Er kann damit bei der nächsten Wahl 2030 nicht mehr antreten.

«Man verhält sich anders, wenn man wiedergewählt werden muss», sagte Reindl, der als größte Herausforderung die Kommunikation mit der NHL verbessern will, um nicht «vor jeden Olympischen Spielen das gleiche Theater» zu haben. Damit spielt er auf die regelmäßige Herausforderung an, die NHL-Profis bei Olympia dabei zu haben. Im Februar in Mailand hatten die besten Spieler der Welt nach schwierigen Verhandlungen erstmals seit 2014 in Sotschi wieder teilgenommen. 

WM-Reform möglich

Denkbar ist auch, dass Reindl eine Neuordnung der WM-Turniere anstrebt. Dies wäre ab 2033 möglich. Die Voraussetzungen dafür müssten aber in Reindls Amtszeit geschaffen werden. Die Weltmeisterschaften finden insbesondere aus finanziellen Gründen jährlich im Mai statt. Zu der Zeit laufen noch die NHL-Playoffs, so dass immer nur ein Teil der NHL-Profis teilnehmen kann. «Ob jedes Jahr, alle zwei, oder drei oder vier Jahre - es gibt viele Ideen dazu», sagte Reindl.

Problematisch für die IIHF war zuletzt auch, dass die NHL den zuvor unregelmäßig ausschließlich von ihr veranstalteten World Cup Of Hockey wieder fest etablieren will. Dies Turnier mit den größten NHL-Stars stünde dann in ständiger Konkurrenz zur IIHF-WM. «Es ist wichtig, dass die Kalender aufeinander abgestimmt sind. Ich denke, dass wir das schaffen können», sagte Reindl. 

DEB gratuliert deutsche Eishockey-Ikone

Der Garmisch-Partenkirchener gewann als Spieler dreimal die deutsche Meisterschaft mit dem SC Riessersee und dem Sportbund Rosenheim. Beim Deutschen Eishockey-Bund war er Sportdirektor, Generalsekretär, Geschäftsführer und von 2014 bis 2022 Präsident. Zudem half er 2004 interimsweise als Bundestrainer aus. 

«Franz Reindl hat das deutsche Eishockey über Jahrzehnte geprägt - als Spieler, vor allem aber auch in seinen verschiedenen wichtigen Funktionen für unseren Verband. Dass die internationale Eishockeyfamilie ihm nun die Führung der IIHF anvertraut, ist eine große Anerkennung seiner Arbeit», sagte der aktuelle DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz.

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