Xhaka gibt nun zu: Die Impfbestätigung war erworben.
Christian Charisius/dpa
Xhaka gibt nun zu: Die Impfbestätigung war erworben.
Nachwirkungen der Corona-Zeit

«Ein Fehler»: Xhaka mit Geständnis um Corona-Impfzertifikate

Bevor er bald vernommen wird, legt Granit Xhaka öffentlich ein Geständnis ab. Covid-Impfzertifikate bekam er, weil er sie kaufte. Das hat für ihn auch sportliche Folgen.

Nach tagelangem Rumoren um gefälschte Impfzertifikate aus der Corona-Zeit hat Granit Xhaka öffentlich ein reumütiges Geständnis abgelegt. Die Angelegenheit ist für den 33 Jahre alten Schweizer Fußball-Star damit aber noch lange nicht erledigt: In der Nationalmannschaft wird der Rekordnationalspieler vorerst fehlen - und eine Rückkehr ist offen. Von der Luzerner Staatsanwaltschaft wird Xhaka in der Sache schon bald vernommen.

Statement via Instagram

«Im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung war ich damals persönlich stark verunsichert und hatte große Bedenken», schrieb Xhaka bei Instagram. Er erklärte weiter, dass er «tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff» empfunden habe. Es sei auch «von Ängsten und Verunsicherung geprägt» gewesen. 

«In dieser aufgewühlten Gefühlslage habe ich eine Impfbestätigung erworben, anstatt meine offenen Fragen auf dem vorgesehenen Weg zu klären», schrieb Xhaka. «Heute sehe ich klar, dass dieser Weg nicht richtig war. Es war ein Fehler.»

Nur zwei Tage vor Xhakas Stellungnahme hatte sein Sprecher Andreas Bantel gesagt, dass Xhaka eine Bestätigung der behandelnden Ärztin für zwei Termine vorliege. Das Boulevardblatt «Blick» hatte diese mit dem Spielplan von Xhakas damaligem Verein abgeglichen und daraufhin getitelt: «Neue Ungereimtheiten im Fall Xhaka».

Erinnerungen an den Fall Fischer 

Ohnehin ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft Luzern. Diese hatte auch übernommen, als der damalige Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, Patrick Fischer, 2022 während der Pandemie mit einem über den Messengerdienst Telegram bestellten und gefälschten Covid-Impfzertifikat zu den Winterspielen in China gereist war. 

Erst in diesem Jahr trennte sich der Verband von Fischer. «Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen», sagte dabei Präsident Urs Kessler. 

Was mit Markus Anfang in Deutschland passierte

Womit muss nun also Xhaka rechnen? Im deutschen Fußball waren Markus Anfang und Florian Junge von ihren Posten als Chefcoach und Co-Trainer von Werder Bremen zurückgetreten, nachdem das zuständige Gesundheitsamt wegen gefälschter Impfzertifikate Ermittlungen gegen beide eingeleitet hatte. Neben einer Geldstrafe wurde Anfang auch vom DFB-Sportgericht zunächst gesperrt.

Xhaka versicherte, dass er die Verantwortung für seine damalige Entscheidung übernehme, sich der Aufarbeitung des Sachverhalts stellen und vollumfänglich mit den zuständigen Behörden kooperieren werde. Es gehe darum zu klären, «ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt im Zusammenhang einer möglichen Erschleichung einer falschen Beurkundung oder/und Urkundenfälschung (Corona-Zertifikate)», hatte Simon Kopp, Leiter der Medienstelle der Staatsanwaltschaft Luzern, der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA zuvor erklärt. 

Aktuell steht Xhaka beim AFC Sunderland in der englischen Premier League unter Vertrag. Der Nationalmannschaft fehlt er nach seinem Geständnis in den kommenden vier Partien der Nations League. 

Ohne Xhaka «im Interesse der Mannschaft»

Den Schweizerischen Fußballverband informierte er am Abend vor seinem Statement bei Instagram. «Wir begrüßen, dass Granit diesen Schritt macht und sich der Aufarbeitung stellt. Gleichzeitig sind wir gemeinsam zum Schluss gekommen, dass es im Interesse der Mannschaft ist, diesen Zusammenzug ohne ihn zu bestreiten», erklärte SFV-Präsident Peter Knäbel mit Blick auf die ersten Länderspiele der Saison: «Für uns geht es jetzt darum, Ruhe in die Situation zu bringen und den Fokus voll und ganz auf die Mannschaft und die bevorstehenden Aufgaben in der UEFA Nations League zu richten.»

Die Schweizer Nationalmannschaft bereitet sich im türkischen Belek auf die Auswärtsspiele am 26. und 29. September vor. Zwei weitere Partien stehen Anfang Oktober an. «Nach Abschluss dieses Länderspielfensters werden wir die Situation gemeinsam mit Granit neu beurteilen und das weitere Vorgehen besprechen», erklärte Knäbel.

Jens Marx, dpa
© dpa-infocom, dpa:260921-930-719063/3
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

NICK KAMEN mit I PROMISED MYSELF

RPR1. – der beste Musikmix für Rheinland-Pfalz

RPR1. – der beste Musikmix für Rheinland-Pfalz


Es läuft:
NICK KAMEN mit I PROMISED MYSELF