Für das zweite Jura-Examen werden keine Kommentare und Gesetze mehr in Papierform gebraucht. (Symbolbild)
Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Für das zweite Jura-Examen werden keine Kommentare und Gesetze mehr in Papierform gebraucht. (Symbolbild)
Digitaler Vorreiter

Zweites Jura-Examen erstmals vollständig digital

Juristen haben in Rheinland-Pfalz das zweite Staatsexamen erstmals vollständig digital abgelegt. Laut Ministerium eine bundesweite Premiere.

Mainz (dpa/lrs)m - Rheinland-Pfalz hat in Deutschland als erstes Bundesland elektronische Hilfsmittel im zweiten Jura-Examen eingeführt und damit Referendaren eine vollständig digitale zweite juristische Staatsprüfung ermöglicht. Das teilte das Justizministerium in Mainz mit. 

Die rund 200 Prüflinge hätten in den vergangenen zwei Wochen in Mainz, Trier und Frankenthal das zweite Staatsexamen ohne schweres Gepäck ablegen können. 

Die Rechtereferendarinnen und -referendare mussten in der Vergangenheit zu jedem ihrer acht Prüfungstage zahlreiche Gesetze und Kommentare mitbringen, manche hatten deshalb Rollkoffer dabei.

Gesetzestexte und Kommentare elektronisch verfügbar

Jetzt kann nicht nur die Arbeit elektronisch auf dem Laptop verfasst werden. Auch die Gesetzestexte und Kommentare sind digital auf einem zweiten Bildschirm in einer elektronischen Bibliothek während der fünfstündigen Prüfungen verfügbar, wie das Ministerium erläuterte.

Die Arbeiten selbst können schon seit Oktober 2021 am Laptop geschrieben werden. Korrigiert wird schon seit Jahren elektronisch. 

Martin betont Bedeutung einer modernen Jura-Ausbildung

Justizminister Helmut Martin (CDU) sagte: «Ein leistungsfähiger Rechtsstaat braucht gut ausgebildete Juristinnen und Juristen. Dazu gehört eine moderne Ausbildung, die der Arbeisweise junger Menschen entspricht und sie realitätsnah auf das Arbeitsleben vorbereitet.» Auch im Berufsleben der meisten Juristen spielten Gesetzestexte und Kommentare in Papierform keine Rolle mehr. 

Die digitale Prüfung schaffe auch Chancengleichheit, betonte Martin. Die jeweils aktuellen Auflagen der benötigten Texte und Kommentare müssten nicht mehr gekauft oder gemietet werden. 

Keine KI-Elemente 

Die Präsidentin des Landesprüfungsamts für Juristen Birgit Nennstiel betonte: «Wir wollen keine einfachere Prüfung, sondern eine realistischere». KI-Elemente seien in dieser Anwendung ganz bewusst nicht enthalten.

© dpa-infocom, dpa:261016-930-850154/1
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