Pilzsammler sollten sich über den Fuchsbandwurm informieren. (Symbolbild)
Matthias Bein/dpa
Pilzsammler sollten sich über den Fuchsbandwurm informieren. (Symbolbild)
Unterwegs im Wald

Wie schützt man sich vor dem Fuchsbandwurm?

Herbstliche Waldspaziergänge und die Suche nach Pilzen haben Hochsaison. Doch wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm in Rheinland-Pfalz? Und worauf sollte man mit Haustieren achten?

Herbstzeit ist Pilzzeit: Viele Menschen sind derzeit zum Sammeln von Pilzen oder für Spaziergänge im Wald unterwegs. Aus diesem Anlass informieren etwa die rheinland-pfälzischen Landesforsten über den Fuchsbandwurm. Wie groß ist die Gefahr für Menschen, wie kann man sich schützen und wie viele Fälle gibt es in Rheinland-Pfalz?

Wie groß ist die Gefahr einer Infektion - und wie steckt man sich an?

Der Kleine Fuchsbandwurm gilt nach Angaben des Landesuntersuchungsamts (LUA) in Mitteleuropa als der für den Menschen gefährlichste Parasit. Die Eier werden von Füchsen mit dem Kot ausgeschieden. Werden sie etwa zusammen mit einer gepflückten Beere aufgenommen, können sie eine Infektion auslösen. 

Unbehandelt ende eine Infektion fast immer tödlich, bewertete das Amt. Bei einer Infektion könne es zur lebensbedrohlichen und unheilbaren «Alveolären Echinokokkose» kommen. Die Symptome seien meist Schmerzen im Oberbauch und Funktionsstörungen der Leber - aber: Sie treten unter Umständen erst Jahre nach der Ansteckung auf, wie das LUA aufzeigte. Erkrankte müssten lebenslang Medikamente einnehmen.

Nach Angaben des Amtes wurde in Rheinland-Pfalz 2025 ein Fall der Erkrankung eines Menschen durch den Fuchsbandwurm registriert, ebenso 2024. 2026 wurden bislang zwei Fälle erfasst. Das deckt sich mit der Einschätzung des Naturschutzbundes (Nabu) Rheinland-Pfalz, dass das Infektionsrisiko für Menschen eher gering ist. 

Besonders betroffene Regionen in Rheinland-Pfalz sind nicht bekannt. Das LUA hatte den Befall von Füchsen früher regelmäßig untersucht. Die Untersuchungen wurden 2016 eingestellt, weil die Befallsrate über die Jahre weitgehend konstant geblieben war. Bei den untersuchten Füchsen lag sie zwischen 1991 und 2016 jeweils bei rund 22 bis 23 Prozent. Aktuelle Daten zur regionalen Verbreitung gibt es daher nicht.

Was sollte man beim Sammeln von Pilzen, Beeren oder beim Waldspaziergang beachten?

Auf Waldfrüchte, Pilze oder Obst aus dem Freiland muss nach Einschätzung der Naturschützer wegen des geringen Erkrankungsrisikos nicht verzichtet werden. Dennoch sollten ein paar Hinweise beachtet werden: Rohe Lebensmittel sollten gründlich gewaschen, besser noch auf mehr als 60 Grad erhitzt werden, wie der Nabu rät. Es reiche nicht aus, die Fundstücke auf bis zu minus 20 Grad zu kühlen oder in Alkohol einzulegen.

Nach Kontakt mit Erde sollte man sich die Hände waschen. Gartengeräte, Schuhe und Kleidung sollten möglichst nicht mit ins Haus genommen werden.

Wie kann man sich vor Ansteckung durch Haustiere schützen?

Einer der Hauptrisikofaktoren für den Menschen ist nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes der direkte Kontakt zu infizierten Haustieren. Hunde und Katzen können sich mit dem Fuchsbandwurm infizieren, wenn sie befallene Nagetiere wie Mäuse fressen, wie der Nabu erklärt. Meist zeigen sie demnach keine oder nur unspezifische Symptome. Hunde und Katzen sollten deshalb regelmäßig und nach Rücksprache mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt entwurmt werden, wie beide Stellen informieren.

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