Durch das neue Angebot sollen Bürgerinnen und Bürger passgenaue Maßnahmen gegen Hochwasser für ihr Haus finden. (Symbolbild)
Boris Roessler/dpa
Durch das neue Angebot sollen Bürgerinnen und Bürger passgenaue Maßnahmen gegen Hochwasser für ihr Haus finden. (Symbolbild)
Vorsorge

Wenn das Wasser kommt: Wie sicher ist mein Haus?

Ein Portal zeigt, wie gefährdet das eigene Haus bei Starkregen oder Hochwasser ist. Ministerin Schneider mahnt zur Eigenvorsorge.

Wie schütze ich mein eigenes Haus vor Hochwasser? Um Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz bei der Frage besser zu unterstützen, hat Umweltministerin Christine Schneider (CDU) das neue Portal «Hochwasser-Risiko-Check» vorgestellt. Ob die eigenen vier Wände bei Hochwasser oder Starkregen gefährdet sind und welche Maßnahmen dagegen getroffen werden können, kann nun durch die Website überprüft werden. 

Tipps für Mieter und Eigentümer

Sowohl für Mieter als auch für Eigentümer werden dabei passende Optionen angegeben und zum Ausdrucken bereitgestellt: Einfach die eigene Adresse eingeben, einen Fragebogen beantworten und schon wird dargestellt, wie stark man von Überflutungen betroffen ist und welche Maßnahmen empfohlen werden. In drei Kategorien sind so Tipps einsehbar: Wie schütze ich mein Haus, wie verhalte ich mich und wie sichere ich mein Risiko ab. 

«Nutzen Sie jetzt die hochwasserfreie Zeit und betreiben Sie Vorsorge», mahnte die Umweltministerin. Eigenvorsorge könne jetzt greifbar gemacht werden. Doch erst durch die Umsetzung der Maßnahmen steige die Sicherheit. Das Tool ist in Zusammenarbeit mit Experten das Hochwasser Kompetenz Centrums (HKC), einem gemeinnützigen Verein aus Köln entstanden. 

Grundlage ist der Hydrozwilling

Die Datengrundlage des Portals ist dabei keine neue: bereits Anfang des Jahres wurde durch die damalige Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) das Portal des Hydrozwillings vorgestellt. Dieses richtet sich an die Kommunen und stellt eine 3D-Simulation von Starkregenereignissen dar. 

Ergänzt durch Flusshochwasser- sowie Sturzflutkarten ist hieraus eine vereinfachte Version für Bürgerinnen und Bürger entstanden. Mit weniger 3D-Simulation und dafür einem konkreten Fragebogen mit 15 bis 20 Fragen zu Haus und Hof ist der Hochwasser-Risiko-Check eine Möglichkeit, die Eigenvorsorge voranzutreiben. Das System rechnet dabei immer mit dem schlimmstmöglichen Szenario. Nach Angaben des Ministeriums hat das Portal des Hochwasser-Risiko-Checks rund 300.000 Euro gekostet. 

Kommunen simulieren den Ernstfall

Um den Ernstfall durchzuspielen, haben Kommunen und Kreisverwaltungen bereits seit längerer Zeit Zugriff auf den Hydrozwilling. Bereits nach zweieinhalb Monaten hätten dafür 80 Prozent der Kommunen einen Zugang erlangt, berichtete das Ministerium. 

Städte und Landkreise wie etwa Pirmasens und der Westerwaldkreis verwenden das Programm, um die Starkregensituation vor Ort zu beurteilen und damit unter anderem auch Bürgerinnen und Bürger zu beraten. Die Sensibilisierung für das Thema sei dabei besonders wichtig, erklärte die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises auf dpa-Anfrage. 

Schutz kritischer Infrastruktur 

Doch nicht nur der Schutz der Wohnung und Gebäude steht dabei im Vordergrund. Pirmasens verwendet nach eigenen Angaben das System, um Schutzmaßnahmen für kritische Infrastrukturen zu finden. Zur Planung setzt die Stabsstelle Brandschutz, Rettungsdienst im Westerwaldkreis das System ein: Sind Zuwege bei Starkregenereignissen noch befahrbar? Ist ein Krankenhaus noch erreichbar?

Eigene Hochwasser- und Starkregenkarten nutzt hingegen die Feuerwehr der Stadt Trier. Nach Angaben der Stadt seien die vorliegenden «Trierer Karten» detaillierter. Noch könnten in dem Hydrozwilling Hochwasserereignisse nicht dargestellt werden, erklärte das Ministerium. Genauso ist für die Kreisverwaltung in Ahrweiler das Portal nur «ein Instrument von vielen weiteren Optionen», die hier wie auch in Trier und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm etwa bei Bauverfahren genutzt werden.

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