Lustrinellis Team war in Halbzeit eins besser.
Soeren Stache/dpa
Lustrinellis Team war in Halbzeit eins besser.
Fußball-Bundesliga

Union Berlin gelingt Befreiungsschlag: 1:0 gegen Elversberg

Der Druck ist groß, aber Union Berlin feiert endlich den ersten Ligasieg. Wie Livan Burcu mit einem späten Treffer für Jubel sorgt.

Der 1. FC Union Berlin und Neu-Trainer Mauro Lustrinelli haben dank eines späten Treffers von Livan Burcu einen Befreiungsschlag geschafft. Die Köpenicker bescherten ihrem Coach am fünften Spieltag den ersten Bundesligasieg mit einem 1:0 (0:0) gegen Aufsteiger SV Elversberg. Der erste Dreier der Spielzeit schloss auch ein mögliches Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz am Sonntag aus. 

Vor 22.012 Fans im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei zeigte sich der FCU stabiler, blieb offensiv aber häufig immer noch zu zaghaft. Burcus Treffer erlöste die Berliner in der 81. Minute und sorgte für den am Ende verdienten Sieg.

Nach einem Punkt und 17 Gegentoren in den ersten vier Partien - inklusive einer 0:7-Klatsche in München - stand Lustrinelli nach nur 101 Tagen im Amt schon unter Druck. Mit dem Erfolg dürfte nun etwas Ruhe einkehren. Am kommenden Wochenende wartet mit den noch ungeschlagenen Dortmundern aber schon die nächste schwere Aufgabe. Für die Saarländer war es die zweite Niederlage in ihrer Premierensaison im Oberhaus. Mit sieben Punkten steht Elversberg aber weiter gut da.

Union-Chef Zingler noch nicht nervös

Die SVE und Trainer Vincent Wagner waren mit viel Rückenwind in die Hauptstadt gekommen. Nur Meister Bayern hatte den Club aus der kleinen Gemeinde Spiesen-Elversberg in den ersten vier Bundesligaspielen der Vereinsgeschichte schlagen können. 

Sein Gegenüber Lustrinelli musste sich spätestens nach dem 0:7 in München vor der Länderspielpause viele kritische Fragen gefallen lassen. «Nervös sind wir noch nicht, aber wir sind natürlich alle erwachsen genug und nicht naiv, dass wir in die Punkte kommen müssen», sagte Präsident Dirk Zingler vor der Partie bei Sky. 

Von seinen Spielern verlangte Lustrinelli vor allem eine höhere Intensität als beim Debakel gegen Bayern. Union war im ersten Durchgang in einem durchschnittlichen Spiel die etwas bessere Mannschaft. Tim Skarke, der nach guten Ansätzen als Joker erstmals in die Startelf rückte, prüfte SVE-Torwart Nicolas Kristof mehrmals (10. und 15. Minute). Andras Schäfer setzte einen gefährlichen Freistoß (26.). Defensiv waren die Köpenicker wacher, viele glasklare Torchancen erspielten sie sich aber nicht.

Unioner Doppelchance nach dem Wechsel

Im forschen Stil der Elversberger erkannte Lustrinelli vor der Partie Parallelen zu seiner Mannschaft in Thun, die er in der vergangenen Saison als Aufsteiger zum Meistertitel geführt hatte. Das deutete die SVE in Halbzeit eins aber nur an. 

Zwar gab es einige schnelle Kombinationen, es mangelte aber zu oft am letzten Zuspiel oder die Spieler wurden von der Berliner Abwehr haarscharf ins Abseits gestellt. Ein eigentlich eher verunglückter Kopfball von Maximilian Rohr (35.) landete oben auf der Latte. Noah Darvich hatte kurz vor dem Seitenwechsel die beste Chance (45.+2). Seinen Schuss konnte Frederik Rönnow über das Tor lenken.

Nach der Pause hatten Debütant Kastriot Imeri und Woo-Yeong Jeong eine Doppelchance für die Berliner (56.), brachten den Ball aber nicht über die Linie. Es blieb dabei: Union war das aktivere Team. Das Fehlen eines Zielspielers war aber deutlich spürbar. Die SVE beschränkte sich überwiegend aufs Kontern. Nach einer abgewehrten Ecke sorgte der Schuss vom eingewechselten Burcu für riesigen Jubel auf der Waldseite. Felix Keidel, der gerade erstmals bei der Nationalmannschaft war, fälschte den Ball unhaltbar für Kristof ab.

David Langenbein, dpa
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