Tuning-Treffen in Wittlich «konspirativ» und international
Das nicht angemeldeten Treffen von Fahrern aufgemotzter Autos am Wochenende wurde wohl verdeckt geplant. Nach und nach werden mehr Details zu den Hintergründen bekannt.
Das nicht angemeldeten Treffen von Fahrern aufgemotzter Autos am Wochenende wurde wohl verdeckt geplant. Nach und nach werden mehr Details zu den Hintergründen bekannt.
Nach dem nicht angemeldeten Tuning-Treffen in Wittlich hat sich die Polizei zu den möglichen Hintergründen geäußert. «Ein solches Treffen gab es in dieser Intensität in der Region bisher nicht», erklärte das Polizeipräsidium Trier auf Anfrage. Die Versammlung sei offensichtlich «konspirativ», also verdeckt und zunächst gezielt ohne genaue Ortsangabe geplant worden, hieß es.
Bei dem illegalen Treffen auf einem Firmengelände in der Nacht von Samstag auf Sonntag waren Beamte und Einsatzfahrzeuge von vermummten Personen attackiert worden und es entstand Sachschaden. Dabei handelte es sich wohl um ein internationales Treffen. Bislang seien keine Teilnehmer aus der Region bekannt, so die Polizei. Die Fahrzeuge und Personen stammten demnach nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.
Vermummte sollen Polizisten massiv bedroht haben
Welchen genauen Hintergrund das Treffen hat und wer es organisiert hat, wird noch ermittelt. Über soziale Netzwerke werde zu solchen Versammlungen eingeladen, der genaue Treffpunkt aber erst kurz vorher etwa über private Gruppen veröffentlicht - so sei es auch im Fall des eskalierten Treffens in Wittlich passiert.
Die Polizei wusste nach eigenen Angaben vorab nichts von dem Treffen. Erst am Samstagabend habe man zunächst Hinweise auf die anreisenden Fahrzeuge erhalten. Beim Eintreffen der Polizei seien die Einsatzkräfte «sofort massiv bedroht und angegangen» worden, sodass sich die Beamten hätten zurückziehen müssen.
Nur ein Bruchteil der Teilnehmer kontrolliert
Wie die Einsatzkräfte schildern, sollen sich vermummte Personen zu einer großen Gruppe zusammengeschlossen und sich den Beamten auf bedrohliche Weise genähert haben. Teilweise sei Pyrotechnik entzündet und Streifenwagen seien durch Tritte und Schläge beschädigt worden. Entgegen erster Angaben seien aber keine Mülleimer angezündet worden.
Das Unternehmen, auf dessen Gelände es zu dem Polizeieinsatz kam, habe keine Kenntnis von dem geplanten Treffen gehabt und einer Nutzung nicht zugestimmt. Die nach Polizeiangaben etwa 300 bis 400 Fahrzeuge und etwa 1000 Personen seien auf das Gelände gelangt, weil die Schranke einer Einfahrt beschädigt worden und eine weitere Einfahrt frei zugänglich gewesen sei.
Die Einsatzkräfte hatten noch vor Ort Kontrollstellen eingerichtet, um die Teilnehmenden bei der Abreise zu überprüfen und die Anreise weiterer Personen zu unterbinden. Kontrolliert worden seien aber lediglich circa 70 Personen und circa 50 Autos. Das Treffen habe sich gegen 3.00 Uhr in der Nacht aufgelöst.
Polizei ermittelt länderübergreifend
Drei Fahrzeuge seien im Rahmen der Kontrolle sichergestellt worden, ein Fahrer habe zudem mutmaßlich unter dem Einfluss berauschender Mittel gestanden. Bei ihm wurde eine Blutprobe entnommen und Betäubungsmittel sichergestellt. Am Sonntagvormittag seien erneut acht Personen in der Nähe des Geländes angetroffen worden. Dabei stellten die Beamten auch hier Beweismittel sicher.
Zahlreiche Straftatbestände prüft die Polizei nun: Es gehe etwa um Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Landfriedensbruch, Angriffe auf Einsatzkräfte, Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und Verkehrsdelikte. Auch eine länder- und behördenübergreifende Kooperation sei Teil der Ermittlungsarbeit.
Kein gewöhnliches Tuning-Treffen
Die Polizei betonte noch einmal, dass zu unterscheiden sei zwischen diesem illegalen und offensichtlich verdeckt geplanten Treffen und genehmigten Treffen der Tuner-Szene. Dort stellten Menschen ihre meist legalen Veränderungen an ihren Fahrzeugen zur Schau.
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