Kaiserslauterns Ivan Prtajin (m) war nach dem Schlusspfiff der gefeierte Mann.
David Inderlied/dpa
Kaiserslauterns Ivan Prtajin (m) war nach dem Schlusspfiff der gefeierte Mann.
DFB-Pokal

Traum-Comeback nach Leidenszeit: Prtajin ist wieder da

Nach neun Monaten Verletzungspause gelingt FCK-Stürmer Ivan Prtajin in Hannover gleich ein entscheidendes Tor. Für den Club könnte die Rückkehr des Kroaten in vielerlei Hinsicht Signalwirkung haben.

Ivan Prtajin rang nach seinem Traum-Comeback um Worte. «Mir gehen zu viele Dinge gleichzeitig durch den Kopf, aber auch irgendwie gar nichts. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach glücklich für die Mannschaft und natürlich auch für mich selbst», sagte der Stürmer des 1. FC Kaiserslautern über seine märchenhafte Rückkehr.

Beim 2:0-Sieg im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals beim Zweitliga-Rivalen Hannover 96 endete die Leidenszeit des Kroaten nach neunmonatiger Verletzungspause - und wie. Nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung traf der 30-Jährige per Kopf zum Endstand. 

«Das ist einfach verrückt. Ich danke Gott und allen aus der medizinischen Abteilung, die jeden Tag mit mir gearbeitet und mich unterstützt haben. Ich möchte mich beim gesamten Staff, bei den Fans und beim ganzen Verein bedanken. Es ist unglaublich, Teil dieses Vereins zu sein», sagte Prtajin.

Beschwerlicher Weg zurück

Was folgte, war ein emotionaler Gefühlsausbruch. Der Stürmer, der schon vor seiner Einwechslung in der 80. Minute von den FCK-Fans mit «Ivan, Ivan»-Sprechchören gefeiert wurde, riss sich das Trikot vom Leib und jubelte oberkörperfrei mit seinen Mitspielern, von denen einige quer über das Spielfeld gerannt waren. 

270 Tage hatte Prtajin, der sich am 31. Januar gegen die SV Elversberg die Achillessehne gerissen hatte, auf sein Pflichtspielcomeback im Trikot der Roten Teufel warten müssen. Bereits beim ersten Training der Saisonvorbereitung war er im Fritz-Walter-Stadion - damals noch humpelnd - von den anwesenden Fans bejubelt worden. 

Im Trainingslager in Italien konnte er bereits einige Ballübungen mitmachen. Anfang Oktober hatte Prtajin dann in einem Testspiel gegen den Drittligisten Sonnenhof Großaspach erste Einsatzminuten gesammelt. Danach stand er zweimal im Kader der Pfälzer, blieb jedoch ohne Einsatz. Am Mittwoch in Hannover war es nun endlich so weit. 

FCK will Erfolgslauf in der Liga fortsetzen

Während Trainer Torsten Lieberknecht einräumte, dass ihm zum Comeback seines letztjährigen Top-Torjägers gerade die Worte fehlten, hatten Prtajins Mitspieler sichtlich Freude an dessen Rückkehr. Leon Robinson betitelte den Kurzauftritt mit dem Wort «krass». 

Etwas ausführlicher äußerte sich der einmal mehr überragende Torhüter Julian Krahl. «Ivan Prtajin macht Ivan-Prtajin-Dinge. Er hat eine brutale Qualität, ist aber auch menschlich und mental extrem wichtig für uns. Er ist ein Gewinner-Typ und gibt immer Gas. Ich freue mich riesig für ihn, dass er nach dieser langen Leidenszeit zurückkommt, sagte Krahl.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Prtajin, der in der Vorsaison in 14 Spielen 11 Tore erzielte, noch zu einem wichtigen Faktor im Aufstiegsrennen wird. Bereits am Samstag könnte seine außergewöhnliche Abschlussqualität erneut gefragt sein. Dann empfängt der Tabellendritte den noch ungeschlagenen Spitzenreiter Hertha BSC zum Zweitliga-Topspiel im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion.

Von Florian Reis, dpa
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