Studie: Polizisten haben Angst vor Stigmatisierung
Nach den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten im Saarland lässt das Innenministerium die Beschäftigten und Studierenden zu psychischen Belastungen befragen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
Nach den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten im Saarland lässt das Innenministerium die Beschäftigten und Studierenden zu psychischen Belastungen befragen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
Viele Polizisten im Saarland trauen sich nicht, über psychische Belastungen zu sprechen oder haben Angst vor beruflichen Nachteilen, wenn sie Unterstützung in Anspruch nehmen. Das geht aus einer Befragung hervor, die das Innenministerium unter den Mitarbeitenden der Landespolizeidirektion und den Studierenden der Fachhochschule durchgeführt hat.
Anlass war der Tod des Polizeikommissars Simon Bohr, der im August 2025 nach einem Tankstellenraub im Dienst erschossen wurde. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte einige Monate danach vom Ministerium eine Studie zum Umgang mit psychischen Belastungen und traumatischen Ereignissen bei der Polizei gefordert.
«Eine der wichtigen Erkenntnisse, mit denen wir umgehen müssen, ist, dass es Kollegen gibt, die befürchten, stigmatisiert zu werden, wenn sie Ängste zum Ausdruck bringen. Das kann und darf nicht sein», sagte Innenminister Reinhold Jost (SPD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Ergebnisse aus der Befragung sollen genutzt werden, um Belastungen im Polizeidienst noch besser zu verstehen und Unterstützungsangebote gezielt weiterzuentwickeln.
15 Forderungen der Gewerkschaft GdP
«Aus den Erkenntnissen müssen konkrete Konsequenzen folgen», unterstrich der GdP-Landesvorsitzende Andreas Rinnert. Die Befragung habe sich gelohnt, sei allerdings nur ein erster wichtiger Schritt. In einem Positionspapier, das der GdP-Chef an den Innenminister übergab, formuliert die Gewerkschaft 15 Forderungen zum Umgang mit psychischen Belastungen. Darunter sind eine Ausweitung der Hilfsangebote, die Einrichtung von zentralen Ansprechpersonen und Ersthelfern, die Anerkennung von posttraumatischen Belastungsstörungen als Dienstunfall und mehr Fortbildungen.
Zu der Befragung waren knapp 3.400 Polizeibeamtinnen und -beamte sowie Studierende aufgerufen; 921 - rund 27 Prozent - hatten sich daran beteiligt. Ausgewertet wurden die Ergebnisse von Landespolizeipräsidium, dem Innenministerium, der Fachhochschule für Verwaltung und Polizei sowie externen Experten.
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