«Die Masse an Kindern kommt noch», sagt Lisa Diener. (Archivbild)
Helmut Fricke/dpa
«Die Masse an Kindern kommt noch», sagt Lisa Diener. (Archivbild)
Schulen

Städtetag sieht noch Herausforderungen bei Ganztagsbetreuung

Es brauche bei der Ganztagsbetreuung noch Personal und Räume, sagt die Geschäftsführende Direktorin des Städtetages. In Sachen Finanzierung formuliert sie eine klare Forderung an das Land.

Der rheinland-pfälzische Städtetag ist mit dem Start der ersten Stufe der Ganztagsbetreuung an Grundschulen zufrieden, sieht aber noch große Herausforderungen. «Nach ersten Rückmeldungen ist die Ganztagsbetreuung ohne größere Probleme ganz gut angelaufen», sagte die Geschäftsführende Direktorin Lisa Diener der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Aber es muss parallel noch ausgebaut werden, die Masse an Kindern kommt noch.»

Seit dem neuen Schuljahr gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder der ersten Klasse. Schrittweise folgen dann in den kommenden Schuljahren die nachfolgenden Jahrgänge.

«Noch Investitionen nötig»

«Wir sind immer noch dabei, Betreuungsangebote zu schaffen und Personal zu finden», sagte Diener. Die Freitagsabdeckung an Ganztagsschulen sei noch mit großen Fragezeichen verbunden. «Wir haben nur 20 Schließtage, das ist ein sehr hoher Anspruch.» Es brauche Räumlichkeiten, auch Kantinen oder Mensen, in denen die Kinder essen und sich aufhalten könnten. «Da sind noch Investitionen nötig.» 

Von deutlichen Herausforderungen bei Personal und Räumlichkeiten, aber auch bei Finanzierung und Qualität des Angebots hatte Ende August auch Landeselternsprecher Denis Scholz gesprochen. Er berichtete seinerzeit von einem sehr unterschiedlichen Bild bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs. 

Bislang wenig Erfahrungswerte 

Die Geschäftsführende Direktorin des Städtetags sagte, noch sei nicht vorhersehbar, wie viele Eltern am Ende eine Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen werden. Es gebe hierzu bislang wenig Erfahrungswerte. «Im Moment kalkulieren wir mit der bisherigen Inanspruchnahme von Ferienbetreuungsmodellen. Aber wirklich wissen wir es erst, wenn die ersten Jahre durch sind», betonte Diener. 

Unklar sei auch noch, welchen Anteil die Kommunen an den Betriebsmitteln tragen müssten. Davon hänge ab, welche Beiträge sie für die Betreuung erheben müssten - dies dürfte sich wiederum auf die Zahl der Eltern auswirken, die das Angebot nutzen.

Konkrete Forderung beim Geld 

Von den Investitionskosten habe der Bund 70 Prozent übernommen, 30 Prozent seien den Kommunen überlassen worden. Bei den Betriebsmitteln, also den laufenden Kosten, gebe der Bund ebenfalls eine Summe an das Land Rheinland-Pfalz. «Und jetzt ist die Frage, wie viel davon an die Kommunen weitergegeben wird. Da sind wir in Gesprächen», berichtete Diener und ergänzte: «Wir wollen die kompletten Kosten, die durch den Betrieb entstehen, erstattet bekommen.»

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