Mit 260 Kräften hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Dortmund 30 Wohnungen und Geschäftsräume in zwölf NRW-Städten sowie in Saarbrücken durchsucht. Die großangelegte Aktion richte sich gegen Schwarzarbeit in der Branche der Gebäudereinigung, berichtete das Hauptzollamt. Umfangreiche Ermittlungsarbeit sei vorausgegangen, bevor die Einsatzkräfte am Morgen im Auftrag der Staatsanwaltschaften Hagen und Essen anrückten.
Hintergrund ist der Verdacht, dass die Beschuldigten über einen längeren Zeitraum Schwarzlohnzahlungen an Arbeitnehmer verschleiert haben. Das sei durch den Einkauf sogenannter Abdeckrechnungen erfolgt. Solche Rechnungen würden meistens von Servicefirmen wie eine Ware am Markt gehandelt und in den Wirtschaftskreislauf eingebracht. «Wesentliches Ziel ist es, fingierte Fremdleistungen als Ausgaben in die Buchhaltung aktiver Firmen einzubuchen und dadurch Schwarzgeld für kriminelle Zwecke zu generieren», hieß es.
Sozialversicherungsträgern und dem Fiskus sei mutmaßlich ein Schaden in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro zugefügt worden.
Einsätze in ganz NRW
Die Einsatzkräfte stellten Beweismittel wie Geschäftsunterlagen, elektronische Datenträger und Mobiltelefone sicher. Festnahmen gab es laut Hauptzollamt nicht. Die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit seien unter anderem von spezialisierten Vermögensermittlern unterstützt worden.
Die Aktionen hatten in den frühen Morgenstunden um 6.00 Uhr begonnen. Einem dpa-Reporter zufolge stürmte eine Zoll-Spezialeinheit eine Villa in Hagen. Laut Hauptzollamt liefen die Aktionen in Arnsberg, Bochum, Dorsten, Dortmund, Gütersloh, Hagen, Hattingen, Herdecke, Saarbrücken, Saerbeck, Münster, Warendorf und Wuppertal. Der Schwerpunkt der Maßnahmen lag demnach im Raum Hagen.
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