Schaeffler will Werk in Morbach schließen
Der Auto- und Industriezulieferer verschärft seinen Sparkurs. Tausende Job sind betroffen, Werke werden geschlossen. Auch Morbach ist darunter.
Der Auto- und Industriezulieferer verschärft seinen Sparkurs. Tausende Job sind betroffen, Werke werden geschlossen. Auch Morbach ist darunter.
Der Sparkurs des Auto- und Industriezulieferer Schaeffler mit Tausenden Stellenstreichungen in Europa trifft auch einen Standort in Rheinland-Pfalz: Das Werk in Morbach im Hunsrück mit 160 Mitarbeitenden soll geschlossen werden, teilte das Unternehmen mit. In Morbach werden Produkte für Verbrennungsmotoren hergestellt.
«Ich bedauere das sehr», sagte der Morbacher Bürgermeister Arianit Besiri (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die 160 betroffenen Menschen und deren Familien müssten jetzt im Mittelpunkt stehen. Morbach werde sich «von diesem Rückschlag» nicht definieren lassen. «Wir müssen uns zusammenraufen.»
Morbach werde als Wirtschaftsstandort neue Wege gehen. Er rufe die Politik dazu auf, «dass die industrielle Zukunft nicht nur eine Frage der großen Ballungsräume sein darf, sondern auch der ländliche Raum braucht eine Perspektive». Morbach zählt rund 11.500 Einwohner.
Bis wann das Werk geschlossen werden soll, sei noch unklar, sagte Besiri.
Vier Standorte in Deutschland sollen schließen
Neben dem Werk in Rheinland-Pfalz sollen laut Schaeffler drei weitere Standorte in Deutschland perspektivisch dicht gemacht werden. Der MDax-Konzern begründete die weiteren Einschnitte mit der Automobilkrise in Europa, die weitere Gegenmaßnahmen und strukturelle Anpassungen erfordere.
Insgesamt will das Unternehmen in Europa weitere 3.460 Stellen abbauen, davon 2.660 in Deutschland, hieß es. Zu den Standorten, die geschlossen werden sollen, gehört das Werk in Dortmund mit aktuell 430 Beschäftigten. Die Aktivitäten am Standort Berlin mit etwa 270 Beschäftigten sollen eingestellt und der Standort Schwalbach in Hessen aufgegeben werden.
Ein Großteil der rund 385 Beschäftigten solle an den Schaeffler-Standort in Frankfurt wechseln. Insgesamt seien rund 190 Stellen vom Abbau betroffen.
Der Standort Morbach blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück: 1970 wird das Werk durch Wilhelm Berges unter BERAL-Bremsbelag KG gegründet und der Grundstein für die heutige Firmenzentrale der Schaeffler Friction Products GmbH gelegt. Neben Bremsbelägen werden Kupplungsbeläge produziert. 2008 übernimmt die Schaeffler Gruppe das Werk.
Scharfe Kritik von IG Metall
Die IG Metall und der Konzernbetriebsrat kritisierten das neuerliche Sparprogramm scharf. «Bei Schaeffler folge inzwischen ein Abbauprogramm auf das nächste, noch bevor die Folgen des vorherigen bewältigt sind», sagte Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler. «Das ist kein Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland.» Bereits 2024 und 2025 hatte Schaeffler die Streichung mehrerer tausend Arbeitsplätze beschlossen.
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