Die SPD legt an der Saar laut einer Umfrage kräftig zu, während die CDU abstürzt und auch die AfD einen Rückschlag erleidet. Gemäß dem vom Saarländischen Rundfunk (SR) beauftragten und veröffentlichten «Saarlandtrend» kommt die SPD auf 33 Prozent. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der letzten derartigen Umfrage im Dezember 2025.
Die Sozialdemokraten stellen im Saarland mit ihrer Ministerpräsidentin Anke Rehlinger die einzige SPD-Alleinregierung in einem deutschen Bundesland. Die nächste Landtagswahl ist am 18. April 2027. Der «Saarlandtrend» erkundigte sich, wen die Befragten wählen würden, wenn schon am folgenden Sonntag Landtagswahl wäre.
CDU fällt hinter AfD zurück
Die CDU kommt demnach auf nur noch 20 Prozent - fünf Punkte weniger als im Dezember 2025. Es ist laut SR der schlechteste jemals beim «Saarlandtrend» erhobene Wert für die Christdemokraten. Erstmals fallen sie bei dieser Befragung hinter die AfD zurück.
Die bundesweit in Teilen rechtsextreme Partei büßt im Saarland im Vergleich zum Dezember 2025 zwar zwei Prozentpunkte ein und kommt auf 21 Prozent. Damit ist die AfD, die bei der Landtagswahl 2022 nur 5,7 Prozent erreicht hatte, in der neuen Umfrage aber die zweitstärkste Kraft vor der CDU.
Grüne kämen wieder in den Landtag - Freidemokraten nicht
Die Grünen, die bei der Wahl 2022 noch knapp die Fünf-Prozent-Hürde verpasst haben, setzen der Erhebung zufolge ihren Aufwärtstrend fort und könnten mit 9 Prozent in den Landtag in Saarbrücken einziehen. Das gilt auch für die Linke mit 6 Prozent. FDP und BSW würden mit jeweils nur drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Der SR berichtete weiter: «Trotz der guten Umfragewerte für die SPD zeigt der "Saarlandtrend", dass eine Alleinregierung derzeit nicht möglich wäre. Eine große Koalition mit der CDU hätte indes eine Mehrheit. Für eine Regierungszusammenarbeit zwischen SPD und Grünen würde es aktuell nicht reichen, wohl aber für ein rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Linken und Grünen.»
Fast 1.300 Wahlberechtigte befragt
Für den «Saarlandtrend» hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap vom 26. Oktober bis 1. November dieses Jahres 1.269 Wahlberechtigte im Bundesland zufallsbasiert telefonisch (675) und online (594) befragt. Repräsentative Umfragen haben Schwankungsbreiten. Bei dieser Erhebung liegen sie bei 2 Prozentpunkten bei einem Anteilswert von 10 Prozent, 3 Prozentpunkten bei einem Anteilswert von 50 Prozent.
Wahlumfragen sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
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