Radioaktive Gefahr: Feuerwehr Mainz übt für den Ernstfall
Transportunfall mit radioaktiven Arzneimitteln: Wie handelt die Feuerwehr bei einer Strahlenquelle? Die Berufsfeuerwehr wagt sich an besondere Einsatzszenarien.
Transportunfall mit radioaktiven Arzneimitteln: Wie handelt die Feuerwehr bei einer Strahlenquelle? Die Berufsfeuerwehr wagt sich an besondere Einsatzszenarien.
Echte Strahlenquellen und spezielle Messgeräte: Die Berufsfeuerwehr Mainz hat auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität den Umgang mit radioaktiven Stoffen trainiert. Auf dem Übungsplan standen unter anderem ein Transportunfall mit radioaktiven Arzneimitteln und der Fund einer radioaktiven Probe in einem Schrottcontainer.
Kontrollierte Gefahr
Für die Übung sei es wichtig, mit echten Strahlenquellen zu trainieren, sagte Feuerwehrsprecher Michael Ehresmann. Nur so könnten die Spezialmessgeräte der Feuerwehr unter realistischen Bedingungen getestet werden. «Unsere Spezialmessgeräte brauchen natürlich auch eine Quelle, die einen Ausschlag über die natürliche Strahlung hinaus erzeugt», erklärte Ehresmann. Entsprechende Simulatoren gebe es bei der Feuerwehr nicht.
Für die Einsatzkräfte war die Gefahr dabei kontrolliert: Zum Einsatz kamen ausschließlich sehr schwache Strahlenquellen, wie sie etwa bei Krebsbehandlungen verwendet werden, wie der Strahlenschutzbeauftragte der Universität, Christian Gorges, sagte. Eine Gefahr für Feuerwehrleute, Bevölkerung oder Umwelt habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.
Radioaktiver Einsatz zuletzt im Saarland
«Solche Einsätze sind ausgesprochen selten», sagte Ehresmann. Gerade deshalb müssten sie regelmäßig geübt werden. «Für uns ist es ausgesprochen wichtig, gerade Einsätze zu üben, die wir sehr, sehr selten haben, weil da natürlich die Routine nicht in dieser Form vorhanden ist.»
Wie wichtig die Vorbereitung ist, zeigte zuletzt ein Einsatz im saarländischen St. Ingbert. Dort hatte ein 24-Jähriger radioaktive Mineralien aus alten Steinbrüchen gesammelt und die Gesteine nach bisherigen Erkenntnissen in seiner Wohnung gelagert und verarbeitet. Wegen einer möglichen Strahlenbelastung waren Polizei, Feuerwehr und Strahlenschutzexperten im Einsatz.
Die Feuerwehrübung in Mainz ist Teil einer Reihe von Lageübungen, mit denen die Feuerwehr den Umgang mit gefährlichen Stoffen trainiert. Nach Angaben von Ehresmann finden solche Übungen jedes Jahr statt. Im vergangenen Jahr standen Vegetationsbrände im Mittelpunkt. In diesem Jahr geht es an sechs Mittwochen um Einsätze mit gefährlichen Stoffen.
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