Der Fähre zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen kommen Flachwasser-Anlegestellen zugute.
Thomas Frey/dpa
Der Fähre zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen kommen Flachwasser-Anlegestellen zugute.
Verkehr

Niedrigwasser im Rhein bremst Fähren und Fahrgastschiffe

Zwischen Mainz und Koblenz gibt es keine Brücke über den Rhein - entsprechend wichtig sind hier Autofähren. Doch bei denen macht sich jetzt das Niedrigwasser bemerkbar - und nicht nur dort.

Das Niedrigwasser bremst den Fährbetrieb am Rhein in Rheinland-Pfalz aus - an einer Stelle ruht der Verkehr inzwischen sogar. Die Fähre zwischen Lorch und Niederheimbach ist nach Angaben der FRS Fähre Loreley GmbH außer Betrieb. 

Ebenfalls von dem Unternehmen betrieben wird die Verbindung St. Goar-St. Goarshausen in der Nähe des berühmten Loreley-Felsens. Hier können derzeit nur noch Fahrzeuge bis maximal 7,5 Tonnen Gesamtgewicht befördert werden, also keine ganz großen Lastwagen mehr. 

Kauber Fähre hat Antriebe höher gesetzt 

An der Fähre in Kaub wurden wegen des niedrigen Wasserstandes bereits die Antriebe höher gesetzt, so wird weniger Tiefgang benötigt. Laut der dortigen Fährgemeinschaft kann so der Betrieb bis zu einem Wasserstand von etwa 15 Zentimetern am Pegel Kaub aufrechterhalten werden. 

Ab einem Wasserstand von 35 Zentimetern können auch mit dem höher gesetzten Antrieb keine Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen mitgenommen werden. Außerdem werden dann nur noch sieben bis acht Pkw pro Tour transportiert, was zu Wartenzeiten führen kann. Am Montagnachmittag lag der Pegel Kaub laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bei 28 Zentimetern. 

Flachwasser-Anlegestellen helfen 

Auch die Fähre Linz-Remagen kann derzeit nur Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gewicht an Bord nehmen. Etwas besser sieht es auf der Verbindung Bad Breisig-Bad Hönningen aus. Dort kommt zum Tragen, dass der dortige Betreiber eine Fähre mit einem Antrieb im Schiffskörper hat, also ohne klassische Schiffsschrauben - das benötigt weniger Tiefgang. Außerdem könne auf Flachwasser-Anlegestellen zurückgegriffen werden, sagte eine Sprecherin. Diese habe man beim extremen Niedrigwasser 2018 bauen lassen. 

Auf die Fahrgastschifffahrt wirken sich die Wasserstände ebenfalls aus. Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH hat ihre Linienfahrten zwischen Koblenz und Mainz derzeit eingestellt. In Mainz starteten aktuell nur noch Rund- oder Abendfahren, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. 

Ihr zufolge spielt der Tiefgang bei der Bestellung neuer Schiffe eine Rolle. Es sei etwa bei der 2022 in Betrieb gegangenen «RheinGalaxie», die Touren ab Düsseldorf unternimmt, sehr auf möglichst wenig Tiefgang geachtet worden. Gleichzeitig müsse stets die Höhe bedacht werden. Denn auch wenn es derzeit sehr weit weg erscheine, auch Hochwasser sei immer wieder ein Thema und die Schiffe müssten auch dann noch unter Brücken durchkommen.

© dpa-infocom, dpa:260803-930-478638/2
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