Die Kinder hatten die Süßigkeiten an Halloween gesammelt. (Symbolbild)
Swen Pförtner/dpa
Die Kinder hatten die Süßigkeiten an Halloween gesammelt. (Symbolbild)
Präparierte Süßigkeiten

Nadeln im Schokoriegel: Polizei sucht Halloween-Täter

Nach Halloween finden Kinder und Eltern quer durch Rheinland-Pfalz Metall in ihren gesammelten Süßigkeiten. Die Ermittlungen sind kompliziert - und es werden immer noch neue Fälle bekannt.

Eine Tackernadel im Bonbon, ein Metallnagel in der Fruchtstange: Nach mehreren Fällen präparierter Süßigkeiten an Halloween laufen bei der rheinland-pfälzischen Polizei die schwierigen Ermittlungen zu den Tätern. Wer stundenlang von Tür zu Tür zieht und Süßigkeiten einsammelt, der erinnert sich in der Regel schließlich nicht daran, woher ein bestimmter Riegel stammte, wie ein Polizeisprecher des Präsidiums in Ludwigshafen erklärte. Auch die Spurensuche bei den ausgepackten Süßigkeiten sei schwierig: «Dann hatten das ja schon zig Leute in der Hand.» 

Funde von der Eifel bis in die Südpfalz 

Auch mehrere Tage nach Halloween werden noch neue Fälle bekannt. In Grünstadt (Landkreis Bad Dürkheim) etwa bemerkte ein Elfjähriger einen Drahtstift in seinen Süßigkeiten, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Damit wächst die Zahl der Funde, die es bislang in verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz gegeben hatte. Verletzt wurde bislang glücklicherweise niemand. 

In Lünebach in der Eifel etwa hatte ein zehnjähriges Mädchen eine etwa fünf Zentimeter lange Nadel in einem Schokoriegel entdeckt. Eine Zwölfjährige im Westheim nahe Germersheim biss auf einen Nagel in einem Kaubonbon und entdeckte daraufhin in einem zweiten Bonbon eine Tackernadel. Nachdem sie auf Social Media von ähnlichen Fällen gehört hatte, suchte eine Elfjährige im südpfälzischen Dörrenbach ihre gesammelten Süßigkeiten mit einem Magneten ab und fand eine Nähnadel in einem Schokoriegel. 

Rolle von Social Media unklar 

In anderen Bundesländern hatte sich bei einzelnen Fällen später herausgestellt, dass Kinder die Süßigkeiten selbst präpariert hatten. Bei der Polizei in Kaiserslautern und in Ludwigshafen gibt es aktuell aber keine Hinweise darauf, dass es sich nicht um echte Fälle handeln könnte. «Wir nehmen das sehr ernst und gehen von einer Straftat aus», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz mit Blick auf gleich zwei Fälle in Mackenbach nahe Kaiserslautern. 

Ob Beiträge auf Social Media die Täter inspiriert haben könnten? «Hinweise darauf haben wir nicht», sagte der Sprecher aus Kaiserslautern. Auch aus dem Polizeipräsidium in Ludwigshafen hieß es, man wisse noch nicht, ob die sozialen Medien eine Rolle gespielt haben könnten. Es gebe aber Ermittler, die aktuell prüfen, ob es online beispielsweise einen Aufruf zum Präparieren von Süßigkeiten gab.

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