Langjähriger Landtagspräsident Hering verlässt das Parlament
Nach 25 Jahren als Abgeordneter und 10 Jahren als Landtagspräsident sucht sich der SPD-Politiker Hering eine neue Aufgabe.
Nach 25 Jahren als Abgeordneter und 10 Jahren als Landtagspräsident sucht sich der SPD-Politiker Hering eine neue Aufgabe.
Der langjährige rheinland-pfälzische Landtagspräsident und SPD-Abgeordnete, Hendrik Hering, verlässt das Parlament. Er wechsle zum Monatsende als Anwalt für Baurecht in eine Koblenzer Großkanzlei, sagte der 62-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Herings Nachfolger ist der Westerwälder Thomas Mockenhaupt. Der Nachrücker ist auch ein ehemaliger Mitarbeiter Herings.
Mit 62 Jahren etwas Neues wagen
Mit 62 beschäftige er sich auch mit dem Älterwerden, sagte Hering. Er sei überzeugt: «Man muss etwas Neues wagen und sich fordern, dann bleibt man jung.»
Als Vorsitzender des Verbands der rheinland-pfälzischen Volkshochschulen sei er auch künftig ehrenamtlich aktiv. Hering ist zudem Vorstandvorsitzender des Europahauses in Bad Marienburg. Die 1951 gegründete internationale Bildungs- und Begegnungsstätte für politische Jugend- und Erwachsenenbildung ist das älteste Europahaus in Europa.
Jahrzehntelang in Parlament und Regierung
Hering ist im Westerwald geboren, wo er bis heute lebt. Er begann seine politische Karriere als Bürgermeister von Hachenburg. Der Jurist und Rechtsanwalt gehörte dem Landtag erstmals von 1996 bis 2001 und dann erneut seit 2006 an - insgesamt ein Viertel Jahrhundert. Von 2016 bis zum Regierungswechsel in diesem Jahr war er Landtagspräsident.
Hering hat auch Regierungserfahrung: Er war Umwelt- und Innenstaatssekretär, bevor er 2006 Wirtschaftsminister wurde. 2011 wechselte er an die Spitze der SPD-Landtagsfraktion. 2014 musste er im Rahmen eines Personalkarussells von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wegen des Nürburgring-Ausbaus gehen.
Nach dem Regierungswechsel in Mainz im Mai - von einer Ampelkoalition zu ersten großen Koalition - hatten SPD und CDU vereinbart, dass es fortan zwei Geschäftsführer bei Lotto Rheinland-Pfalz geben sollte. Einer sollte Hering sein. Das löste harsche Kritik aus, und Hering nahm das Angebot daraufhin nicht an.
© dpa-infocom, dpa:260820-930-554808/1
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten