Knapp fünf Prozent der Azubis bekommen Ausbildungsbeihilfe
Wer in der Ausbildung zu wenig verdient, hat ein Recht auf Förderung. Der Anteil derer, die die Leistung bekommen, ist in Rheinland-Pfalz überschaubar. Der Weg dahin ist nicht immer leicht.
Wer in der Ausbildung zu wenig verdient, hat ein Recht auf Förderung. Der Anteil derer, die die Leistung bekommen, ist in Rheinland-Pfalz überschaubar. Der Weg dahin ist nicht immer leicht.
2.811 Auszubildende in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr Berufsausbildungsbeihilfe erhalten. Das entsprach 4,9 Prozent der rund 57.700 Auszubildenden, wie aus einer Antwort des Arbeitsministeriums in Mainz auf eine Anfrage aus der Grünen-Fraktion hervorgeht. Sie bezieht sich auf eine Statistik der Arbeitsagentur und Daten des Statistischen Landesamts.
2024 bekamen laut Ministerium nur 2.648 Auszubildende eine solche Beihilfe - damit rund 4,5 Prozent der damals 58.503 Auszubildenden. Knapp fünf Prozent der 59.130 Auszubildenden waren es 2023. Ein unmittelbarer Vergleich der Werte sei allerdings nur eingeschränkt möglich. Denn: Für 2025 liegt der Dezemberwert vor. 2023 und 2024 bilden den Jahresdurchschnitt ab.
Abhängig vom Einkommen der Eltern
Berufsausbildungsbeihilfe soll laut Ministerium Auszubildende individuell unterstützen, deren Ausbildungsvergütung nicht ausreicht, um ihren notwendigen Lebensunterhalt zu decken. Der wird mit 822 Euro beziffert. Hinzu können etwa Kosten für Fahrt oder Arbeitskleidung kommen. Die Mindestausbildungsvergütung von derzeit 724 Euro im ersten Ausbildungsjahr liegt knapp 100 Euro darunter.
Beantragen kann die Leistung den Angaben zufolge grundsätzlich, wer zum ersten Mal eine Ausbildung absolviert und nicht mehr bei den Eltern wohnt. Auch der zweite Ausbildungsweg kann unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. Minderjährige haben einen Anspruch, wenn die Wegzeit zur Arbeit mehr als zwei Stunden beträgt. Außerdem wird das Einkommen der Eltern angerechnet - unabhängig davon, ob sie ihr Kind während der Ausbildung finanziell unterstützen oder nicht.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Rheinland-Pfalz-Saarland forderte jüngst eine Reform der Berufsausbildungsbeihilfe. Sie solle unbürokratischer und unabhängig vom Einkommen der Eltern ausgestaltet werden.
Natalie Cramme-Hill, Sprecherin für Arbeit der Grünen-Fraktion im Landtag in Mainz, sagte: «Junge Menschen in Rheinland-Pfalz verdienen einen Start ins Berufsleben ohne Existenzängste. Wir fordern die Landesregierung deshalb dazu auf, sich auf Bundesebene für eine grundlegende Reform der Berufsausbildungsbeihilfe und des Schüler-Bafög einzusetzen.»
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