Krieschows Trainer Robert Koch (r) konnte mit Dynamo Dresden bereits Pokalüberraschungen sammeln
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Krieschows Trainer Robert Koch (r) konnte mit Dynamo Dresden bereits Pokalüberraschungen sammeln
DFB-Pokal

Im Ausnahmezustand: Krieschow will «schönste Woche genießen»

Der VfB Krieschow blickt seit Wochen voller Vorfreude dem Auftritt im DFB-Pokal gegen Mainz entgegen. Der Trainer hat mit Pokal-Überraschungen schon Erfahrungen gesammelt.

Ein Dorf im Ausnahmezustand - eine Fußballmannschaft fiebert dem aktuellen Karriere-Highlight entgegen. «Das Ganze drumherum, die vielen Medien, da sieht man, was in den letzten Wochen abgegangen ist», sagt Robert Koch, Trainer des VfB Krieschow, vor dem Heimspiel in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den Bundesligisten FSV Mainz 05 am Sonntag (15.30 Uhr/Sky).

Der Oberligist aus dem 560 Einwohner kleinen Ortsteil von Kolkwitz hatte sich bereits mit dem Erreichen des Landespokalfinales für die Hauptrunde qualifiziert. Im dritten Finalanlauf insgesamt wurde im Mai der scheinbar übermächtige Nachbar Energie Cottbus im Endspiel mit 2:1 bezwungen - seitdem knistert die Vorfreude im Verein und im Dorf. 

Trainer Koch mit zwei Toren zur Überraschung von 15 Jahren

Eine weitere Überraschung will der 40 Jahre alte Übungsleiter nicht ausschließen: «Wir wollen nicht kampflos antreten, selbst wenn die Chance sehr gering ist, und versuchen, die Sensation zu schaffen.» 

Der ehemalige Profi des 1. FC Nürnberg und von Dynamo Dresden spricht aus Erfahrung. 2011 trugen zwei Treffer des Offensivspielers zum 4:3-Erfolg nach Verlängerung und 0:3-Rückstand von Dynamo gegen Bayern Leverkusen in der ersten Runde bei. Für den jungen Trainer, der seit zwei Jahren die Lausitzer betreut, ist aber die Partie gegen die Mannschaft von Trainerkollege Urs Fischer «das größte Spiel».

Stadionkapazität auf 4.000 Zuschauer verdoppelt

Für den Höhepunkt macht seit Wochen eine aus etwa 50 Ehrenamtlichen bestehende Arbeitsgruppe den Sportpark Krieschow DFB-Pokal-tauglich, anstatt in das benachbarte Leag-Energie-Stadion von Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus zu ziehen. Der DFB goutierte dies und leistete bei den Umbauarbeiten ebenso Unterstützung wie der übertragende Sender Sky. 

Die Ehrenamtlichen verdoppelten mit mobilen Tribünen die Zuschauerzahl von 2.000 auf 4.000 Plätze. Mit einem ausverkauften Haus wird gerechnet, ein paar Tage vor dem Spiel gab es noch Tickets.

«Tag soll in guter Erinnerung bleiben»

Torjäger Andy Hebler hofft aber zugleich, dass das größte Spiel der Vereinsgeschichte auch bald vorübergehen möchte. Denn der mit Abstand kleinste der sieben in der ersten Pokalrunde vertretenen Fünftligisten, der seit der Saison 2017/2018 in der Südstaffel der Oberliga Nordost spielt, hat seine ersten beiden Ligaspiele verloren. Nach dem Großereignis können die Spieler um Hebler und den aus höheren Ligen bekannten Alexander Bittroff dann den vollen Fokus auf die Liga legen.

Doch bis dahin fiebern alle dem vermeintlichen Karriere-Highlight entgegen. «Wir wollen die schönste Woche genießen und uns trotzdem konzentrieren und das Event in besten Zügen mitnehmen. Was danach kommt, wird ab der kommenden Woche thematisiert», sagt Koch, «der Tag soll allen in guter Erinnerung bleiben.»

Von Thomas Flehmer, dpa
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