Mit dem Herbst startet auch die Heizsaison: In den Kommunen Ingelheim und Morbach sind die Brennholzpreise stabil geblieben. (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa
Mit dem Herbst startet auch die Heizsaison: In den Kommunen Ingelheim und Morbach sind die Brennholzpreise stabil geblieben. (Symbolbild)
Wie viel kostet die Wärme?

Heizen mit Holz: Was Verbraucher in Rheinland-Pfalz zahlen

Wenn die Temperaturen sinken, wird es Zeit, den Ofen zu füttern. Doch was kosten die Scheite im Land, warum werden Pellets teurer - und wie schützen sich Käufer vor betrügerischen Onlineshops?

Es ist herbstlich geworden in Rheinland-Pfalz. Mancherorts friert es nachts zeitweise - die neue Heizsaison ist da. Wer Kamin oder Ofen mit Holzscheiten oder Pellets befüllt, sollte wissen, wo er kauft und was es zu beachten gilt. Bei Brennholz kann zunächst der Blick zu Angeboten vor der eigenen Haustür lohnen.

Kein anderes Bundesland hat einen so hohen Anteil an sogenannten Körperschaftswäldern wie Rheinland-Pfalz. Vom Pfälzerwald bis zum Westerwald besitzen Städte und Gemeinden rund 46 Prozent des Waldes. Wer Brennholz aus kommunalem Gebiet erwirbt, zahlt Preise, die von Gemeinderäten festgelegt werden. Häufig werden zunächst Einwohner der Gemeinde bedient, die erhältliche Menge pro Haushalt ist meist begrenzt.

Kalte Nächte, warme Stube - und die Rechnung

Stichproben bei einzelnen Gemeinden zeigen aktuell eine stabile Preislage. Im Hunsrück bewirtschaftet Morbach 3.000 Hektar Waldfläche. Einem Sprecher der Verwaltung zufolge zahlen Käufer aktuell mindestens 45 Euro pro Raummeter für Buchen- und Eichenholz. Birke, Ahorn und sonstige Laubhölzer kosten demnach mindestens 33 Euro pro Raummeter. Ein Raummeter - auch Ster genannt - ist ein Kubikmeter ordentlich gestapeltes Brennholz. Zwischen den Scheiten bleiben Luftzwischenräume.

Das Holz wird an den Rand der Waldwege gerückt, dort versteigert und muss selbst aufbereitet werden. Der Nachweis eines Scheins für Motorsägen sowie entsprechende Schutzkleidung sind Pflicht. «Aktuell sieht die Beschlussvorlage für die nächste Gremiensitzung keine Preissteigerung vor», heißt es in Morbach.

Rund 100 Kilometer weiter östlich in Ingelheim ist der Festmeter, also die reine Holzmasse Laubholz ohne Zwischenräume, nach Angaben der Stadtverwaltung für 75 Euro zu beziehen. Ingelheim gehört mit mehr als 1.100 Hektar Wald wie Morbach zu den größten kommunalen Waldbesitzern im Land. Das aufgrund seiner Brenneigenschaften meist weniger stark nachgefragte Nadelbrennholz wird dort aktuell für 57 Euro pro Festmeter verkauft. Beide Kommunen geben an, dass der Preis stabil geblieben sei im Vergleich zu vergangenen Jahren. 

Holz aus staatlichem Wald

Im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind in Teilen die Mindestpreise für Holz von Waldflächen im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz. Holz aus staatlichem Wald liegt einem Sprecher der Landesforsten Rheinland-Pfalz zufolge ebenfalls bei mindestens 75 Euro pro Festmeter für Buche und andere weiße Hartlaubhölzer - das sind zwei Euro mehr als in der Vorsaison. 

Etwas gesenkt habe sich der Preis für Eiche und andere Hartlaubhölzer auf mindestens 68 Euro pro Festmeter. Weichlaubhölzer und Nadelhölzer haben einen Mindestpreis von 50 Euro pro Festmeter. «Ausschlaggebend für die Preisanpassung waren das Energieholzpreisniveau im regionalen Umfeld von Rheinland-Pfalz und die preisstabile Marktlage für ofenfertiges Brennholz», teilte ein Sprecher mit. Zudem sei unter anderem die restliche Entwicklung der Laubholzindustrie berücksichtigt worden.

Holzpellets bundesweit teurer, lokal Unterschiede 

Während die Preise für Brennholz in den befragten Gemeinden stabil bleiben, werden Holzpellets dem Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) zufolge spürbar teurer. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stieg der Preis in Lieferverträgen für eine Sechs-Tonnen-Abnahme deutschlandweit im vergangenen September um 111 Euro auf rund 425 Euro pro Tonne.

Verantwortlich dafür ist laut einer DEPV-Sprecherin vor allem die Baukonjunktur. Da weniger gebaut wird, verarbeiten Sägewerke deutlich weniger Holz, wodurch etwa Sägespäne für die Pelletherstellung knapp und teurer werden. Höhere Personal- und Energiekosten verstärkten diesen Effekt, hieß es.

Für Rheinland-Pfalz lässt sich demnach kein einheitlicher Preistrend feststellen. Da Pellets überwiegend regional und lokal produziert würden, prägten lokale Faktoren wie Witterung oder Nachfrage das Marktgeschehen. Ein bundesweiter Höchststand bedeutet daher nicht zwingend teurere Lieferungen vor Ort.

Warnung vor Betrug

Verbrauchern in Rheinland-Pfalz rät der Branchenverband grundsätzlich, die Sommermonate für den Pellet-Einkauf zu nutzen, da der Brennstoff vor Beginn der Heizperiode meist günstiger und logistisch einfacher zu liefern sei.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mahnt beim Einkauf von Brennholz und Pellets zur Vorsicht, da gefälschte Shops im Internet Käufer ausnutzen. Vor Vertragsabschluss sollten stets mehrere Angebote verglichen und Kunden bei verdächtig günstigen Preisen misstrauisch werden. Verdächtige Onlineshops lassen sich häufig an auffälligen Internetadressen, Rechtschreibfehlern oder einem unvollständigen Impressum entlarven.

Zudem stellen seriöse Händler mehrere Zahlungswege bereit, während Vorkasse-Forderungen überwiegend ein Warnsignal darstellen. Wer rechtzeitig vergleicht und bei allzu verlockenden Angeboten misstrauisch bleibt, kann der kalten Jahreszeit gelassener entgegensehen. Am Ende entscheidet nicht allein der Preis, sondern auch, ob Qualität, Lieferbedingungen und Anbieter stimmen.

Von Nina Gross, dpa
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