Rund 1.000 Grundschulen gibt es in Rheinland-Pfalz. (Archivbild)
Uwe Anspach/dpa
Rund 1.000 Grundschulen gibt es in Rheinland-Pfalz. (Archivbild)
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Grüne warnen vor Zweiklassensystem bei Ganztagsbetreuung

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder in der ersten Klasse gilt seit dem laufenden Schuljahr. Schrittweise folgen dann in den kommenden Schuljahren die nachfolgenden Jahrgänge.

Ein Umdenken bei der Ganztagsbetreuung in Rheinland-Pfalz fordert die Grünen-Fraktion. Im Land existiere ein Flickenteppich und keineswegs eine flächendeckende pädagogisch qualitativ hochwertige, gebührenfreie Ganztagsbetreuung, kritisierten Fraktionschefin Katrin Eder und Bildungsexpertin Katharina Binz in Mainz. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung dürfe nicht bedeuten, dass die Kinder nachmittags lediglich irgendwo untergebracht werden.

Die Mehrzahl der Angebote werde durch betreuende Grundschulen geleistet. Dort befänden sich auch die meisten Kinder. Die betreuende Grundschule habe jedoch keinen eigenen Bildungsauftrag, das Angebot werde von kommunalen und freien Trägern organisiert. Zudem könnten Elternbeiträge erhoben werden. Diese reichten etwa von 25 Euro monatlich in Koblenz über fast 173 in Mainz bis zu mehr als 256 In Ludwigshafen, berichtete Eder von Informationen des Bildungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage ihrer Fraktion. 

Knapp 1.000 Grundschulen in Rheinland-Pfalz

Die Ganztagsschule in Angebotsform sei dagegen bis auf das Mittagsessen beitragsfrei. Der Nachmittag sei an diesen Schulen Teil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Das Personal sei vom Land finanziert. Es dürfe aber nicht eine Frage des Wohnorts und des Geldbeutels der Eltern sein, welches Betreuungsangebot Kinder für eine Bildungsgerechtigkeit nutzen können, mahnte die Grünen-Politikerin und sprach von einer Zweiteilung des Systems beim Ganztag. 

Seit dem laufenden Schuljahr gilt der Rechtsanspruch für Kinder der ersten Klasse, schrittweise folgen dann in den kommenden Schuljahren die nachfolgenden Jahrgänge. In Rheinland-Pfalz gibt es knapp 1.000 Grundschulen. 86 Prozent der allgemeinbildenden Schulen und über 90 Prozent der Grundschulen verfügen laut Bildungsministerium über Ganztagsangebote. In jeder der 170 Verbandsgemeinden, verbandsfreien Gemeinden und Städte gibt es demnach mindestens ein Ganztagsangebot im Grundschulbereich. 

Gebührenfreiheit als Versprechen

Bildungsexpertin Binz forderte die Landesregierung auf, sich an ihrer Zusage für eine Gebührenfreiheit in der Bildung zu halten. «Hier haben wir aus unserer Sicht ganz klar einen Bruch mit diesem Versprechen der Gebührenfreiheit.» Das Land müsse mehr in die Verantwortung gehen und sich mehr drum kümmern, dass es mehr dieser Grundschulen in Angebotsform gibt. Gerade auch bei der Betreuung in der Ferienzeit sei zu erwarten, dass es eine noch größere Spreizung bei den Kosten geben wird. 

GEW-Vorstand Stefan Jakobs warnte, dass es zu viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse bei der Ganztagsbetreuung durch die Vielzahl der unterschiedlichen Angebote gebe. Tarifgebundenes Faschpersonal wäre dagegen in der frühkindlichen Bildung der richtige Weg. Es dürfe nicht an der Qualität gespart werden. 

245 Millionen Euro im Doppelhaushalt

Im Doppelhaushalt der Jahre 2025 und 2026 stellt die rheinland-pfälzische Landesregierung für die Ganztagsschule über alle Schularten insgesamt rund 245 Millionen Euro bereit. Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) hatte zum Start des Schuljahrs betont, dass jedes Kind, das ein Ganztagsangebot nutzen möchte, kann das in Rheinland-Pfalz auch tun könne.

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