Besonders häufig hat es die Polizei in Freibädern mit Körperverletzungsdelikten und Diebstählen zu tun. (Symbolbild)
Thomas Warnack/dpa
Besonders häufig hat es die Polizei in Freibädern mit Körperverletzungsdelikten und Diebstählen zu tun. (Symbolbild)
Rheinland-Pfalz

Gewalt im Freibad: Eine erste Bilanz der Saison

Ein Nachmittag im Freibad heißt eigentlich: abkühlen, austoben und dabei den Sommer genießen. Doch nicht jeder Badetag bleibt friedlich. Wie viele Übergriffe gab es diese Saison bereits?

Die Freibadsaison neigt sich langsam dem Ende zu - und sie verlief nicht überall ungetrübt und friedlich. Die Polizei in Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen Monaten nach vorläufigen Zahlen mehr als 200 Vorfälle in Freibädern oder anderen Badeanstalten registriert. Das geht aus einer Bilanz für den Zeitraum von Anfang Mai bis Anfang August hervor, die das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Am häufigsten erfasste die Polizei Körperverletzungsdelikte: 49 Fälle. Aus dem Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung - etwa sexuelle Belästigung oder exhibitionistische Handlungen - wurden 12 Delikte registriert. Hinzu kamen 42 Fälle von Diebstahl, bei denen unter anderem Bargeld oder Smartphones entwendet wurden, sowie sieben Delikte aus dem Bereich der Bedrohung.

Die Zahlen stammen laut LKA aus dem polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystem - daher seien sie nur eingeschränkt aussagekräftig und als Tendenz zu verstehen. Die vorliegenden Daten schließen beispielsweise auch Polizeieinsätze ein, die sich letztlich als Fehlalarm entpuppt haben.

Schlägereien und geworfene Steine

Die Polizei musste in diesem Sommer mehrfach zu Freibädern ausrücken. Im Mai gerieten etwa in einem Freibad in Kaiserslautern zwei Gruppen aneinander. Was als Streit begonnen haben soll, endete nach Darstellung der Polizei in einer handfesten Auseinandersetzung: Erst warf ein junger Mann mutmaßlich einen Stein in die andere Gruppe, dann gingen die beiden Seiten aufeinander los. Es gab mehrere Verletzte.

Mitte August lieferten sich zwei Familien mitten im vollen Strandbad Frankenthal eine Schlägerei. Nach Angaben der Polizei waren zuvor zwei ihrer Kinder in eine Rangelei geraten. «Angesichts der hitzigen Gemüter breitete diese sich im weiteren Verlauf auf die anwesenden Eltern aus», hieß es. Die Beteiligten trugen leichte Verletzungen davon und mussten das Strandbad daraufhin verlassen.

Die vergangenen Jahre im Vergleich

Das Landeskriminalamt betont, dass sich bei den Zahlen aus dem Vorgangsbearbeitungssystem für 2026 noch Veränderungen ergeben können. Für die vergangenen Jahre gibt aber auch die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) einen Überblick. Sie unterscheide zwar nicht zwischen Freibädern, Hallenbädern und anderen Badestellen, unterliege dafür aber einheitlichen Richtlinien.

Einen eindeutigen Trend bei den Fallzahlen von Gewaltdelikten in Schwimmbädern und an anderen Badestellen lässt die PKS dabei nicht erkennen. Im vergangenen Jahr lag die Gesamtzahl der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren in diesem Bereich bei 170. Damit war sie zwar höher als 2024 (118 Fälle) und 2023 (134 Fälle), aber niedriger als 2022 mit 192 Fällen. Bei über der Hälfte der Gewaltdelikte handelte es sich um Fälle von Körperverletzung (93 Fälle).

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zählen ebenfalls zu den Gewaltdelikten und wurden 2025 mit 49 Fällen erfasst. Das war vergleichbar mit den drei Jahren zuvor, in denen diese Zahl zwischen 45 und 56 lag. Drei dieser Fälle waren Vergewaltigungen. Sexuelle Belästigung kam mit zwölf Fällen etwas seltener vor als in den drei Jahren zuvor. Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern wurden von der PKS zwölfmal erfasst, exhibitionistische Handlungen 13-mal.

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