Geografie und Alter: Hitze trifft Rheinland-Pfalz besonders
Die Folgen der Hitze machen sich in Rheinland-Pfalz besonders bemerkbar. Auch an der Zahl der Toten. Warum das so ist und was getan werden kann.
Die Folgen der Hitze machen sich in Rheinland-Pfalz besonders bemerkbar. Auch an der Zahl der Toten. Warum das so ist und was getan werden kann.
Rheinland-Pfalz ist aufgrund seiner Geografie und des Alters der Bevölkerung nach Einschätzung von Gesundheitsminister Clemens Hoch besonders von den Folgen extremer Hitze betroffen. Die Rheinebene und die Vorderpfalz zählten zu den wärmsten Regionen Deutschlands, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
«Dort treten überdurchschnittlich viele heiße Tage und tropische Nächte auf, wodurch die gesundheitliche Belastung durch anhaltende Hitze besonders hoch ist.» Dazu komme ein hoher Anteil älterer Menschen.
«Gerade ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen reagieren besonders empfindlich auf Hitzebelastungen und tragen einen großen Anteil der hitzebedingten Übersterblichkeit», sagte Hoch.
Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) ergänzte: «Hitze stellt eine ernstzunehmende gesundheitliche Belastung dar, insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen.»
Schon rund 1.500 Tote
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind allein in Rheinland-Pfalz bislang rund 1.500 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Das sind schon jetzt weitaus mehr als in jedem Gesamtjahr seit 2016, was vor allem an einer extrem heißen Woche Ende Juni liegt. Bundesweit sind in diesem Jahr schätzungsweise rund 11.900 Menschen hitzebedingt gestorben.
Der bisherige Höchststand der vergangenen Jahre lag in Rheinland-Pfalz bei 630 Hitzetoten im ebenfalls extrem heißen Sommer 2018, wie aus Zahlen des RKI in Berlin hervorgeht. Der diesjährige Sommer ist allerdings noch nicht vorbei, die Temperaturen sind weiterhin hoch. In Rheinland-Pfalz leben gut 4,1 Millionen Menschen.
Vorsorge und gesundheitliche Unterstützung
«Um gesundheitliche Risiken zu verringern, kommt es auf Vorsorge und gegenseitige Unterstützung an», betonte Hoch. «Ausreichend trinken, direkte Mittagshitze meiden, Wohnräume möglichst kühl halten und körperliche Anstrengungen auf kühlere Tageszeiten verlegen - natürlich soweit dies möglich ist», empfiehlt der Gesundheitsminister.
Und: «Auf ältere und besonders gefährdete Menschen im persönlichen Umfeld achten - oft können schon ein Anruf oder ein kurzer Besuch helfen.»
Hitzeaktionsplan für Kommunen
Als Hilfestellung und Orientierung für die Kommunen habe das Land den Hitzeaktionsplan erarbeitet. Darin fänden sich verschiedene kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Vorbereitung auf und während extremer Hitzeereignisse. «Damit liefert die Landesregierung für die Kommunen den Handlungsrahmen, damit vor Ort - wo das Wissen über die konkreten Bedarfe liegt - die richtigen und wirksamsten Entscheidungen getroffen werden können», sagte Hoch.
Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arbeitsplätze
Das Gesundheitsministerium achte bei Investitionen des Landes in Neubaumaßnahmen von Krankenhäusern darauf, «dass nicht nur die OP-Säle und die Krankenhaustechnik gekühlt sind, sondern nach Möglichkeit auch die Patientenzimmer», sagte Hoch. «Hitzeschutz muss umfänglich Berücksichtigung finden.»
«Gerade in Pflegeeinrichtungen, aber auch am Arbeitsplatz, müssen Risiken erkannt und geeignete Schutzmaßnahmen getroffen werden», mahnte Arbeits- und Sozialministerin Bätzing-Lichtenthäler.
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