Familie auf Kapverden getötet - Fakten zum Prozess
Im Weihnachtsurlaub soll ein 19-Jähriger seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter erstochen haben. Jetzt beginnt der Prozess. Eine Frage treibt die Ermittler um.
Im Weihnachtsurlaub soll ein 19-Jähriger seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter erstochen haben. Jetzt beginnt der Prozess. Eine Frage treibt die Ermittler um.
Ein Familienurlaub auf den Kapverden endet kurz vor Weihnachten tödlich. Ein 19-Jähriger aus der Eifel soll am 23. Dezember 2025 seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter in der gemeinsamen Ferienwohnung auf der Insel São Vicente erstochen haben.
Der Vater (58) wohnte zuletzt laut Staatsanwaltschaft Trier im Raum Aachen, die beiden weiblichen Opfer im Alter von 20 und 45 Jahren hatten ihren Wohnsitz in Berlin. Knapp eine Woche vor der Tat waren alle zum gemeinsamen Urlaub auf die kapverdischen Inseln gereist - die Inselgruppe liegt vor der Westküste Afrikas, sie war früher eine portugiesische Kolonie.
Heute (9.30 Uhr) beginnt der Prozess gegen den jungen Mann vor dem Landgericht Trier. Ihm werden Mord und Totschlag vorgeworfen. Die Fakten zur Verhandlung - und welche Kernfrage offen ist.
Der Vorwurf
Bei dem Messerangriff auf die Tochter hat die Staatsanwaltschaft Trier Mord angeklagt: Die junge Frau habe zur Tatzeit in den frühen Morgenstunden zum Schlafen im Bett gelegen und keine Möglichkeit gehabt, sich zu wehren. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei erfüllt.
Danach soll der 19-Jährige auf den Vater und seine Partnerin losgegangen sein. Im Kampf habe er den Opfern eine Vielzahl von Stich- und Schnittwunden zugefügt. Hier lautet der Vorwurf Totschlag.
Das Geschehen danach
Noch bei der Tat setzte die Lebensgefährtin mit ihrem Handy über einen Messengerdienst einen Notruf an eine Verwandte in Deutschland ab. Die Verwandte alarmierte daraufhin die deutsche Polizei.
Der 19-Jährige flüchtete nach der Tat. Er flog in die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Dort wurde er am ersten Weihnachtstag aufgrund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Trier festgenommen. Mitte Januar erfolgte seine Auslieferung nach Deutschland.
Die Opfer
Der Vater war laut Staatsanwaltschaft Trier 58 Jahre alt, die Frau 45 Jahre und deren Tochter 20 Jahre alt. Alle drei starben an den Folgen von Halsverletzungen. Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft im Raum Aachen ein Unternehmen.
Der Verdächtige
Der 19-Jährige stammt aus einer früheren Ehe des Vaters. Er lebte zuletzt im Kreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz und damit im Zuständigkeitsbereich der Trierer Staatsanwaltschaft. Er ist deutscher Staatsangehöriger und nicht vorbestraft.
Der Prozess
Die Verhandlung findet vor der Jugendkammer des Landgerichts Trier statt, da der Angeklagte mit 19 Jahren zur Tatzeit Heranwachsender war. Zum Prozess sind nach Angaben des Gerichts drei Nebenkläger zugelassen.
Zum Prozessauftakt soll die Anklage verlesen werden. Zeugen sind für den ersten Tag nicht geladen. Danach sind noch sechs weitere Verhandlungstermine bis zum 2. Dezember geplant.
Die Frage
Warum ist die Tat passiert? Das Motiv ist völlig unklar. Bisher hat sich der junge Mann zu den Vorwürfen nicht eingelassen.
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