Fachleute: Rhein-Niedrigwasser trotz Regens wohl bis Herbst
Deutschlands meistbefahrene Wasserstraße gleicht vielerorts eher einem Rinnsal. Binnenschiffe können nur noch wenig laden. Wie blicken Experten und Anwohner in die nähere Zukunft?
Deutschlands meistbefahrene Wasserstraße gleicht vielerorts eher einem Rinnsal. Binnenschiffe können nur noch wenig laden. Wie blicken Experten und Anwohner in die nähere Zukunft?
Trotz des vorhergesagten Regens rechnen Experten nicht mit einem baldigen Ende des Rhein-Niedrigwassers. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz teilte am 13. August in ihrem wöchentlichen Bericht dazu mit, wenn die erwarteten Niederschläge tatsächlich fielen, könnte der Rhein in der neuen Woche «um einige Dezimeter steigen» - also um mehrere zehn Zentimeter. Die «ausgeprägte Niedrigwassersituation» wäre dann jedoch bei weitem nicht beendet. Eine «substanzielle Entspannung» zeichne sich laut sogenannten Sechs-Wochen-Vorhersagen «nicht vor Anfang Oktober ab».
Am 12. August hatte auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) nach der Schaltkonferenz mit den Ländern zu Niedrigwasser erklärt: «Die nächsten Wochen werden anspruchsvoll. Die Wasserstände an Rhein und Donau bleiben vorerst sehr niedrig.» Diese großen Flusssysteme benötigen Fachleuten zufolge immens viel Regen, um wieder deutlich anzusteigen - mehrere Schauer reichen nicht.
Keine Adventsflut, keine Frühjahresflut
Der einstige langjährige Chef der Kauber Rheinfähre zwischen Rüdesheim und Koblenz, Heinz-Dieter Kimpel, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Früher hatten wir die Adventsflut und die Frühjahresflut. Das hat jetzt gefehlt.» Der 83-Jährige ergänzte: «Echtes Niedrigwasser in dieser Jahreszeit hatten wir noch nie. Normalerweise kommt das erst im Herbst.» Niedrige Pegelstände auch noch im September und Oktober halte er daher für gut möglich. Kimpel wohnt seit etlichen Jahrzehnten am Kauber Rheinufer.
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