Erst Gedenken, dann Niederlage: Lautern unterliegt Hertha
Im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion kann der FCK dem Tabellenführer aus Berlin nur eine Halbzeit Paroli bieten. Die ersatzgeschwächten Pfälzer hoffen nun auf eine Lichtung ihres Lazaretts.
Im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion kann der FCK dem Tabellenführer aus Berlin nur eine Halbzeit Paroli bieten. Die ersatzgeschwächten Pfälzer hoffen nun auf eine Lichtung ihres Lazaretts.
Zum 106. Geburtstag von Fritz Walter hatten sich die Fans des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern im Heimspiel gegen Hertha BSC zur Würdigung ihres Idols etwas Besonderes einfallen lassen. «Was wäre diese Stadt und dieser Verein nur ohne dich ...? Fritz-Walter-Stadion, Betzenberg Kaiserslautern» stand auf einem großen Banner vor der Westkurve geschrieben, untermalt von Fotos im Polaroid-Stil, die die mehr als 100-jährige Geschichte des am Samstag mal wieder ausverkauften Fritz-Walter-Stadions zeigte.
Die Mannschaft konnte die Atmosphäre aber nicht für sich nutzen. Nach dem am Ende deutlichen 0:3 (0:1) gegen den Spitzenreiter aus Berlin war bei den Pfälzern erst einmal Wunden lecken angesagt. «Wenn ich die Laufleistung sehe, waren wir mit Hertha auf Augenhöhe. Und das in einer Englischen Woche und obwohl der Tag mit den Krankmeldungen sehr bescheiden anfing», sagte FCK-Trainer Torsten Lieberknecht nach der ersten Heimniederlage der Saison.
FCK muss viele Spieler ersetzen
Tatsächlich musste der 53-Jährige vor dem Anpfiff kurzfristig umdisponieren, denn in Ibrahim Kanaté und Semih Sahin meldeten sich zwei Akteure kurzfristig erkrankt ab. Vor allem Sahins Fehlen im defensiven Mittelfeld machte sich bemerkbar. Leon Robinson und Mario Sauer fehlte oft der Zugriff in der Zentrale.
Lieberknecht, der aufgrund der vielen Ausfälle - sechs Spieler fehlten verletzt oder erkrankt - auch zwei Spieler der U19 für den Kader nominierte, machte seinen Akteuren aber keinen Vorwurf: «Die Spieler wären wichtig gewesen für Wechseloptionen. Trotzdem kann ich den Jungs nur meine Hochachtung aussprechen, wie sie sich präsentiert haben gegen eine Topmannschaft und am Ende einer Englischen Woche.»
Hertha macht nach der Pause alles klar
Gegen den souveränen Spitzenreiter aus Berlin begann der FCK gut und hätte durch Mika Haas (9. Minute) und Thierry Tazemeta (10.) in Führung gehen können. Diese gelang aber kurze Zeit später der Hertha durch Sebastian Grönning.
«In der ersten Halbzeit waren wir auf keinen Fall die schlechtere Mannschaft, wir hatten auch unsere Chancen. Hertha war einfach kaltschnäuziger vor dem Tor», sagte FCK-Verteidiger Jan Elvedi. Nach dem Wiederanpfiff zeigten die Gäste dann aber ihre Qualitäten und zogen die Partie innerhalb von sieben Minuten auf ihre Seite. Wieder Grönning (52.) und Oluwaseun Adewumi (59.) schossen den klaren Sieg heraus.
Lieberknecht: Wieder in die Spur finden
Der FCK hatte kaum noch etwas entgegenzusetzen, einzig ein Pfostenschuss von Naatan Skyttä nach 72 Minuten war noch erwähnenswert. «Heute sollte es irgendwie nicht sein. Wir müssen jetzt in die Analyse gehen und uns alles genau anschauen. Ich glaube, wir haben heute auch Fehler gemacht, die uns sonst nicht so unterlaufen. Das gilt es zu analysieren und nächste Woche besser zu machen», sagte Elvedi.
Lieberknecht fügte an: «Wir werden jetzt versuchen, unsere Kranken und Verletzten zurückzubekommen und dann wieder in die Spur zu finden.» In der letzten Partie vor der anstehenden Länderspielpause gastieren die Pfälzer am kommenden Samstag bei Aufsteiger VfL Osnabrück.
Von Florian Reis, dpa
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