Das Deutsche Kabarettarchiv feiert mit einem großen Fest Geburtsag.
Andreas Arnold/dpa
Das Deutsche Kabarettarchiv feiert mit einem großen Fest Geburtsag.
Mächtigen Spiegel vorhalten

Einzigartiges Kabarettarchiv - Feier und Sorge

Das Kabarettarchiv in Mainz ist ein für alle offener Ort. Im Jahr seines 65. Bestehens plant es eine Reihe von Neuerungen. Es geht aber auch Angst um.

Das Deutsche Kabarettarchiv in Mainz feiert seinen 65. Geburtstag mit einem großen Fest und einigen Neuerungen. Zugleich blickt es sorgenvoll nach Sachsen-Anhalt. Die Kunstfreiheit gerate dort in Gefahr, wenn die AfD ihre Androhung als Regierungspartei umsetze, sagte die Vorsitzende der Stiftung Deutsches Kabarettarchiv, Andrea Bähner. Die AfD hatte in ihrem Wahlprogramm eine «neue, patriotische Kulturpolitik» angekündigt. 

«Kabarett und Kultur können niemals patriotisch sein. Ihr Wesen ist die Freiheit und das Kabarett hält den Mächtigen den Spiegel vor», sagte Bähner. Das Kabarettarchiv hat in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt einen zweiten Standort, der von der Stadt - nicht vom Land - gefördert wird. Schwerpunkt ist die Geschichte des DDR-Kabaretts.

Die in Deutschland einzigartige Einrichtung in Mainz - gegenüber der renommierten Kleinkunstbühne unterhaus - feiert am kommenden Sonntag (25. Oktober) ihren Geburtstag mit einem öffentlichen Fest. 

Neuer Name und Freundeskreis

Weil viele bei dem Namen Kabarettarchiv nicht an ein lebendiges, offenes Haus dächten, werde auch der Name geändert. «Wir sind längst viel mehr als ein Archiv: Wir sind ein lebendiger Ort für Kabarett, Kultur und gesellschaftliche Auseinandersetzung - mit modernen Ausstellungen, Aufführungen und vielfältigen Angeboten für Jung und Alt», sagte die Leiterin Martina Habner- Keiffenheim. 

Das solle künftig auch der Name deutlich machen. Er lautet: «Stiftung Deutsches Kabarett - Archiv I Museum I Bühne». 

Und weil die Finanzierung von Land, Stadt und Bund nicht für alle Ideen und Vorhaben reiche und Kabarett nicht ausschließlich aus öffentlicher Hand finanziert werden solle, sei ein Freundeskreis Stiftung Deutsches Kabarett ins Leben gerufen worden. Vorsitzender ist der ehemalige rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD).

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