Der DGB will die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöhen. (Archivbild)
Arne Dedert/dpa
Der DGB will die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöhen. (Archivbild)
Ausbildung

DGB: Auszubildenden fehlen Ansprechpersonen

Die Mehrheit der Auszubildenden in Rheinland-Pfalz ist unzufrieden mit ihrer Lehre. Die Gewerkschaftschefin im Land nimmt die Betriebe in die Pflicht.

Immer weniger junge Menschen blicken in Rheinland-Pfalz positiv auf ihre Ausbildung. Nach einer Befragung des DGB gaben nur 64 Prozent an, zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Lehre zu sein. Das sei der zweitniedrigste Wert seit dem Start des Azubi-Reports des Deutschen Gewerkschaftsbundes 2012, sagte DGB-Landeschefin Susanne Wingertszahn in Mainz. Nur etwas mehr als die Hälfte der rund 1.000 Befragten würde demnach eine Ausbildung in ihrem Betrieb weiterempfehlen. 

Als ein wichtiger Grund wurde die mentale Gesundheit bei den Auszubildenden genannt. «Für viele Azubis gehört es zum Alltag, erschöpft zu sein, sich krank zur Arbeit zu schleppen oder mit dem Gedanken zu spielen, die Ausbildung abzubrechen», erklärt die Gewerkschafterin. Die Belastungen entstünden dort, wo Zeit für Erholung fehle, Pendelwege zu lang seien, Arbeitszeiten ausuferten und die Vergütung nicht zum Leben reiche.

Betriebe müssen mehr ausbilden

Ein großes Problem sei auch, dass viele Auszubildenden gerade in kleineren Betrieben nicht wüssten, mit wem sie über ihre psychischen Belastungen sprechen können. Wingertszahn mahnte deswegen qualifiziertes Ausbildungspersonal, planbare Arbeitszeiten, eine angemessene Vergütung, bezahlbaren Wohnraum und sichere berufliche Perspektiven an.

Die Attraktivität der Ausbildung müsse grundsätzlich erhöht und mehr Lehrstellen auch von den großen Betrieben angeboten werden, forderte die DGB-Landesvorsitzende. «Wir brauchen einen Ausbildungsfonds, in den alle Unternehmen einzahlen und der Betriebe, die ausbilden, finanziell unterstützt.» Zudem sei eine Bauoffensive für geförderten Wohnraum für Auszubildende sowie ein Azubiticket nötig, damit die jungen Menschen günstig an ihren Arbeitsplatz kommen.

Repräsentative Befragung

Grundlage für den Auszubildenden-Report war ein Fragebogen, der bei der Berufsschultour der DGB-Jugend an berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz verteilt wurde. Zielgruppe der Befragung waren nach Angaben der Gewerkschaft nur Auszubildende im dualen System mit Betrieb und Berufsschule. Der Schwerpunkt der Befragung lag auf dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr. Insgesamt 1.049 Auszubildende aus etwa 30 Ausbildungsberufen wurden für den repräsentativen Report befragt.

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