Der Mann hinter Heft 3.400
Sein Name ist vielen unbekannt, seine Geschichten begleiten sie seit Jahren: Christoph Dittert schreibt für «Perry Rhodan». Zum 65. Geburtstag der kosmischen Saga übernimmt er eine besondere Aufgabe.
Sein Name ist vielen unbekannt, seine Geschichten begleiten sie seit Jahren: Christoph Dittert schreibt für «Perry Rhodan». Zum 65. Geburtstag der kosmischen Saga übernimmt er eine besondere Aufgabe.
Millionen Leser kennen seine Figuren, seinen Namen dagegen nur wenige: Christoph Dittert gehört zu den produktiven Autoren der deutschen Heftromanlandschaft. Der Mann aus Rheinland-Pfalz schreibt für die Science-Fiction-Serie «Perry Rhodan» - nun hat der 53-Jährige den Jubiläumsband 3.400 der Weltraumsaga verfasst. Für ihn ist das mehr als ein weiterer Auftrag.
«Zufall ist es sicher nicht», sagt Dittert. «Es wird gerade bei einer solchen Jubiläumsnummer sehr genau hingesehen, wer für den Stoff infrage kommt.» Dabei spielten auch Faktoren wie langjährige und gute Mitarbeit eine Rolle. Das gelte für viele Kollegen. «Wichtig ist vor allem: Ist der Roman gut geworden? Ich hoffe!» Die Jubiläumsnummer sei eine Auszeichnung - verbunden mit der Verantwortung, dass die Geschichte den Erwartungen der Fans gerecht wird.
Mit Pseudonym durch Raum und Zeit
Wie viele «Perry Rhodan»-Romane er geschrieben hat, weiß Dittert nicht. «Aber mehr als 100.» Seit etwas mehr als 1.000 Wochen ist er an der wöchentlichen Reihe beteiligt. In manchen Jahren habe er besonders viel geschrieben, oft unter dem Pseudonym Christian Montillon - dem Mädchennamen seiner Frau Rahel. Was einen «Perry Rhodan» ausmache, lasse sich schwer in eine Formel fassen. «Man spürt es, als Autor wie als Leser.»
Die 1961 gestartete Serie entwickle sich bewusst in viele Richtungen und nutze unterschiedliche Erzählformen. Im Jubiläumsband «Der ewige Sturz» habe er im Büro im Kreis Bad Dürkheim zum Beispiel ein Kapitel verfasst, in dem in der Gegenwartsform und aus der Ich-Perspektive von fast allen wichtigen Figuren erzählt werde. «Was ungewöhnlich ist, nicht nur im Rahmen der Rhodan-Serie.»
Warum die Weltraumsaga seit 65 Jahren erfolgreich ist? «Die Romane sind einfach gut», sagt Dittert augenzwinkernd. Die Reihe erzähle ein «in sich konsistentes Universum» immer weiter - mit Figuren und Hintergründen, die Leserinnen und Lesern seit Jahren vertraut seien. «Fast wie alte Bekannte.»
Vom Leser zum Serienautor
Viele begleiteten den Raumfahrer Rhodan Woche für Woche über Jahrzehnte. «Es gibt eine ganze Menge Leute, die ihren Rhodan-Roman seit Jahrzehnten jede Woche lesen, und die damit quasi stets nach Hause kommen.» Dittert selbst entdeckte die Serie als Jugendlicher und las damals große Mengen.
Nach dem Studium der Germanistik, Buchwissenschaft sowie der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Mainz gelang ihm 2004 der Einstieg - neben «Perry Rhodan» auch für «Die drei Fragezeichen» und «Jerry Cotton». Den Geschichten bleibt er treu - während er gerne unerkannt bleibt.
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