Die Unternehmer fordern weniger Bürokratie gerade für kleinere Betriebe. (Archivbild)
Jörg Halisch/dpa
Die Unternehmer fordern weniger Bürokratie gerade für kleinere Betriebe. (Archivbild)
Wirtschaftsstandort

Ausländische Fachkräfte für Unternehmen unverzichtbar

Betriebe brauchen Ansprechpartner und verlässliche Strukturen. Ein Dickicht von Zuständigkeiten macht gerade kleineren Firmen das Leben bei der Suche nach geeignetem internationalem Personal schwer.

Die rheinland-pfälzischen Unternehmer fordern weniger Bürokratie und klare Strukturen für die Gewinnung von ausländischen Fachkräften. Die Betriebe brauchten klare Ansprechpartner und verlässliche, zügige Verfahren bei Visum und Anerkennung, sagte der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmerverbände (LVU), Karsten Tacke, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. 

Gerade kleinere Firmen könnten sich nicht durch ein Dickicht von Zuständigkeiten arbeiten. «Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss ihnen und ihren Familien zudem das Ankommen in Rheinland-Pfalz erleichtern», betonte der Hauptgeschäftsführer.

Internationale Fachkräfte seien für viele Unternehmen in Rheinland-Pfalz unverzichtbar. Deshalb begrüße die LVU auch die Initiative des Landes, die gemeinsam mit den Kammern stärker um sie werben will. «Eine Kampagne kann Interesse wecken - entscheidend ist aber, dass aus einem Kontakt auch eine Einstellung wird», mahnte Tacke. 

Mit der Zentralen Ausländerbehörde in Kaiserslautern gebe es bereits eine wichtige Anlaufstelle, die Unternehmen bei der Einreise internationaler Fachkräfte unterstützt. Dieses Angebot sollte bekannter werden und gut mit der Beratung der Kammern verzahnt sein, forderte der Hauptgeschäftsführer.

Jungmeister im Handwerk mit einer Vielzahl von Nationalitäten 

Dass ausländische Fachkräfte von immenser Bedeutung für das Handwerk sind, zeigen Zahlen der Handwerkskammer Koblenz. Einem Sprecher zufolge hatten Ende 2025 von rund 7.300 Auszubildenden über alle Gewerke hinweg 1.048 eine ausländische Staatsangehörigkeit. «Das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert», sagte der Sprecher. 

Ein ähnliches Bild zeige sich bei den Meister-Absolventen, auch hier gehe der Anteil derjenigen nach oben, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. Unter 678 Jungmeisterinnen und Jungmeistern seien 26 Nationalitäten vertreten gewesen. Das sei ein neuer Rekord. Das Handwerk brauche dringend Nachwuchs und Fachkräfte, ohne Menschen aus dem Ausland würde es gar nicht funktionieren.

Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) hat angekündigt, zusammen mit den Industrie- und Handels- sowie den Handwerkskammern eine neue Kampagne zur Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland zu starten.

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