Alkoholfrei und experimentell: Wie Winzer Neukunden locken
Alkoholfreier Wein schmeckt nicht jedem, Traubensaft ist vielen Erwachsenen zu süß. Welche Null-Promille-Alternativen es inzwischen gibt - und was als Geheimwaffe gilt.
Alkoholfreier Wein schmeckt nicht jedem, Traubensaft ist vielen Erwachsenen zu süß. Welche Null-Promille-Alternativen es inzwischen gibt - und was als Geheimwaffe gilt.
Oft stehen peppige Namen auf dem Etikett - wie «Träublein» vom Schloss Vaux in Eltville, «FreeDolin» von der pfälzischen Weinbiet Manufaktur oder «Dri.Ver!» vom Weingut Dr. Hinkel im rheinhessischen Framersheim. Viele Winzer haben inzwischen Null-Promille-Alternativen im Programm - abseits von reinem Traubensaft und alkoholfreiem Wein. Dabei setzen sie unter anderem auf Kombinationen mit Kräutern, Tee und Verjus, der aus unreif gelesenen grünen Trauben produziert wird.
«Traditionell war der Traubensaft auf Weingütern das Kinder- oder Autofahrer-Getränk - oft süß, eindimensional und ohne großen gestalterischen Anspruch», erklärt Simone Schiller vom Rheingauer Weinbauverband. «Heute fungieren innovative alkoholfreie Produkte als kulinarische Visitenkarte.»
Winzer nutzten sie, um neue, urbane und gesundheitsbewusste Zielgruppen in die Vinotheken zu locken, die man mit klassischem Wein gar nicht mehr erreiche, erläutert die Sommelière. Verjus sei dabei eine «Geheimwaffe der Winzer». Er bringe eine feine, weinige Säure mit und eigne sich auch als Basis für alkoholfreie Bitter-Aperitifs.
© dpa-infocom, dpa:261103-930-934488/1
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