«Politico» in den USA teilte mit, man werde weiterhin fair über das Weiße Haus berichten. Man werde die eigenen Rechte mit Nachdruck gegen jeden Versuch verteidigen, sie einzuschränken.
Der Verein White House Correspondents' Association (WHCA), der Journalisten vertritt, die über das Weiße Haus berichten, reagierte empört auf Trumps Ankündigung. «Hier geht es um mehr als die Rechte von Journalisten. Es geht um das Recht der amerikanischen Bevölkerung, eine umfassende und unabhängige Darstellung der Aktivitäten, politischen Maßnahmen und Entscheidungen derjenigen zu erhalten, die das höchste Amt der Nation innehaben», teilte WHCA-Präsidentin Jacqui Heinrich mit.
US-Medien solidarisieren sich: Demokratie wird bedroht
Trumps Ausschluss der drei Medien löste eine Protestwelle aus. Andere renommierte Medienhäuser wie die «Washington Post», die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) oder die «New York Times» zeigten mit eigenen Statements ihre Solidarität. Das gezielte Vorgehen Trumps gegen Medien sei eine klare Form der Einschüchterung mit dem Ziel, die Berichterstattung zum Schweigen zu bringen, teilte etwa ein Sprecher der «Washington Post» auf der Plattform X mit. Damit werde die Demokratie bedroht.
Die drei Medienhäuser sind nicht die Ersten, die von Verboten betroffen sind. Zu Beginn seiner im Januar 2025 angetretenen zweiten Amtszeit war etwa der Nachrichtenagentur AP der Zugang zum Weißen Haus erschwert worden.
Trumps Konflikt mit den Medien
Trump geht in seiner zweiten Amtszeit mit zunehmender Härte gegen ihm missliebige Medien vor. Journalisten beleidigt er häufig, wenn ihm die von ihnen gestellten Fragen nicht gefallen. Wohlwollende Berichterstattung wird dagegen ausdrücklich gelobt. Trumps Beliebtheitswerte sind knapp sieben Wochen vor den wichtigen Parlamentswahlen schlecht. Vor allem der zäh verlaufende Krieg im Iran, den Trump eigentlich auf wenige Wochen begrenzen wollte, bringt ihm Kritik ein. Die Republikaner wollen ihre Mehrheiten in beiden Parlamentskammern, Repräsentantenhaus und Senat, verteidigen.
Trump schrieb in seinem Post, Medienunternehmen sollten nicht ständig über «FIKTION und LÜGEN» schreiben oder sie verbreiten dürfen, wenn sie über den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Regierung oder die Vereinigten Staaten von Amerika berichten. Der Republikaner kündigte an, dass weitere Medienhäuser folgen werden. Namen nannte er keine.
Demokrat zieht Vergleich zu Diktatoren
Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, schrieb auf der Plattform X: «Donald Trump hat gerade das getan, was Diktatoren im Laufe der Geschichte getan haben.» Zugleich erinnerte er Trump daran: «Das ist eine Demokratie.» Er werde es nicht schaffen, Nachrichten zu manipulieren oder die Wahrheit zu verbergen.