Russlands Militär hat bei einem schweren Angriff auf Kramatorsk im ostukrainischen Gebiet Donezk nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen in Bussen getötet. Es gebe zudem 18 Verletzte, teilte der Donezker Militärgouverneur Wadym Filaschkin mit. Von unabhängiger Seite sind die Angaben unmittelbar nicht überprüfbar. Zuvor war von einem Dutzend Toten und 14 Verletzten und einem Bus die Rede gewesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem russischen Bombenangriff auf zwei kleine Busse.
«Die Ärzte kämpfen derzeit um das Leben der Menschen», teilte Selenskyj bei Telegram mit. Die Zahl der Toten könne noch steigen. Einige Opfer seien noch nicht identifiziert worden. Er veröffentlichte auch ein Video in seinem Telegram-Kanal, das unkenntlich gemachte Körper auf der Straße zeigte. «Auch Wohnhäuser und Autos wurden beschädigt», sagte Selenskyj. Er kündigte eine Reaktion auf den Angriff an: «Und zwar hart - genau so, wie es die Russen für all die Todesopfer, die sie verursacht haben, verdienen.»
Aufruf zur Flucht aus der Region
Filaschkin veröffentlichte in seinem Telegram-Kanal Fotos von einem ausgebrannten Bus. «Das sind Menschen, die von der russischen Armee getötet wurden», sagte er. «Dafür gibt es keine Rechtfertigung und kann es auch keine geben.» Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Einwohner dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen.
Angesichts der «drastischen Verschlechterung der Sicherheitslage» wies er die städtischen Militärverwaltungen von Kramatorsk und Slowjansk an, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Das Leben von Fahrgästen und Fahrern dürfe nicht gefährdet werden. Trotz der Evakuierungsappelle weigern sich immer wieder viele Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Hab und Gut zurückzulassen.
Gouverneur: Russen greifen gezielt Zivilisten an
«Die Russen greifen gezielt Zivilisten an. Für sie ist ein Bus mit Fahrgästen ein attraktives Ziel, gerade weil man mit einem einzigen Schlag so viele Menschen wie möglich töten kann», sagte Filaschkin. «Russland missachtet bewusst alle denkbaren Regeln der Kriegsführung und die Normen des humanitären Völkerrechts. Es wählt Ziele dort aus, wo es der Zivilbevölkerung den größten Schaden zufügen kann.»
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Zu den Kriegszielen gehört es auch, das Gebiet Donezk komplett unter Moskaus Kontrolle zu bringen. Die ukrainischen Streitkräfte verteidigen ihre Städte mit westlicher Militärhilfe.
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