Trump zeigt sich bereit zur Zusammenarbeit mit den Demokraten. (Archivbild)
Alex Brandon/AP/dpa
Trump zeigt sich bereit zur Zusammenarbeit mit den Demokraten. (Archivbild)
Midterms 2026

Trump: Werde Wahlergebnisse anerkennen

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Ergebnisse der Kongresswahlen anzuerkennen. «Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten, und wir freuen uns schon darauf. Wir werden…

Donald Trumps Republikaner werden bei der US-Parlamentswahl hart abgestraft. Sie verlieren nach Hochrechnungen amerikanischer TV-Sender die Mehrheit im Abgeordnetenhaus - und die Demokraten haben auch steigende Chancen, sich die Kontrolle über den Senat zurückzuholen. Die Abstimmung wurde zu einem Referendum über die Politik des Präsidenten, den die Wähler für steigende Preise verantwortlich machen.

Trump kündigte an, die Ergebnisse der Kongresswahlen zu akzeptieren. «Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten, und wir freuen uns schon darauf. Wir werden wahrscheinlich eine Lösung finden», sagte er der «New York Times». Zuvor war darüber spekuliert worden, ob Trump den Ausgang der Wahl anerkennen würde.

Mehr Druck aufs Weiße Haus 

Der Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus ist eine Niederlage für Trump und wird ihm das Regieren erschweren. Die Demokraten könnten in der Kammer ab Januar Untersuchungen gegen den Präsidenten und dessen Regierung einleiten. Sie haben schon länger zahlreiche Themen im Visier: etwa geschäftlichen Aktivitäten der Trump-Familie, das teils tödliche Vorgehen von Beamten im Zuge der Razzien gegen Migranten oder umstrittene Renovierungs- und Bauprojekte in der Hauptstadt Washington.

Zudem können die Demokraten künftig Gesetzesvorhaben der Republikaner blockieren. Besonders relevant ist, dass sie damit auch die Möglichkeit haben, Trumps Haushaltspläne zu torpedieren. Diesen Hebel könnten die Demokraten nutzen, um Republikaner zum Entgegenkommen bei Anliegen ihrer Partei zu drängen. Der führende Demokrat Hakeem Jeffries ist nun auf Kurs, der erste schwarze Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden. 

Die Verfassung räumt dem Repräsentantenhaus auch das Recht ein, ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) einzuleiten. Der Senat entscheidet dann über die tatsächliche Amtsenthebung - dafür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, was nur schwer erreichbar ist. Die Demokraten hatten zuletzt wenig Ambitionen gezeigt, erneut ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump zu starten. In seiner ersten Amtszeit scheiterten die Impeachments im Senat. 

Engeres Rennen um Senat

Der Weg zur Kontrolle über den Senat ist für die Demokraten schwieriger - schien mit fortlaufender Stimmauszählung aber durchaus realistisch. Die Republikaner haben in der Kammer bislang eine Mehrheit von 53 Stimmen. Die Demokraten müssten ihnen netto vier Sitze abnehmen. Der erste Wechsel gelang in North Carolina dem ehemaligen demokratischen Gouverneur Roy Cooper. 

Es folgten zwei weitere. Zunächst South Carolina, wo die von Trump unterstützte Darline Graham Nordone ihren Sitz an die Demokratin Annie Andrews verlor. Danach wurde James Talarico zum ersten Demokraten seit fast 40 Jahren, der Texas im US-Senat vertritt. Er gewann gegen den von Präsident Donald Trump unterstützten republikanischen Kandidaten Ken Paxton. Tech-Milliardär Elon Musk hatte Paxtons Wahlkampf mit mehr als 150 Millionen Dollar unterstützt.

Außerdem führten Kandidaten der Demokraten nach Rechnung des Nachrichtensenders CNN bei vier Senatssitzen, die aktuell von Republikanern gehalten werden. Den Republikanern gelang das zunächst bei keinem Sitz der Demokraten. In Georgia verteidigte der einst als Wackelkandidat geltende Demokrat Jon Ossoff mit Leichtigkeit seinen Sitz.

Bei den Parlamentswahlen in der Mitte der Amtszeit von Präsident Trump wird über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze entschieden.

Abrechnung mit Trump 

US-Wähler gingen mit enormer Unzufriedenheit über Trump zur Parlamentswahl. In einer großen Umfrage unter Wählern machten 62 Prozent die Politik des Präsidenten für den Preisanstieg im Land verantwortlich, wie US-Fernsehender berichteten. 37 Prozent zeigten sich unzufrieden mit der Lage im Land - und 38 Prozent sogar wütend darüber.

Der Umfrage zufolge war die Wirtschaftslage für 39 Prozent der Wähler das zentrale Thema. Den Amerikanern sind vor allem die infolge des von Trump begonnenen Iran-Kriegs stark gestiegenen Spritpreise ein Dorn im Auge. Sie wuchsen besonders rasant - zum Teil um mehr als 70 Prozent - in der Mitte des Landes, in der die Republikaner traditionell besser abschneiden. 

In der Wählerbefragung sagten 40 Prozent, die Wirtschaftslage in den USA sei «nicht so gut», und 35 Prozent bezeichneten sie als schlecht. Fast zwei Drittel sagten, Trumps Importzölle hätten der Wirtschaft geschadet. Anders als früher trauen 43 Prozent eher den Demokraten zu, die Wirtschaft in Gang zu kriegen - gegenüber 38 Prozent für die Republikaner.

Für die Erhebung im Auftrag zahlreicher großer Medien wurden laut CNN insgesamt rund 100.000 Wähler befragt. Angaben von Wählern am Wahltag wurden mit Angaben von Früh- und Briefwählern kombiniert, die im Zeitraum seit dem 19. Oktober online oder per Telefon befragt wurden.

Trump verfolgte das Geschehen im Weißen Haus. Er hatte sich als zentrale Figur in den Wahlkampf der Republikaner eingebracht. Er reiste unermüdlich von Bundesstaat zu Bundesstaat und hatte für seine Anhänger stets dieselbe Botschaft im Gepäck: «Stellt euch vor, ich stünde auf dem Stimmzettel».

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