Iran wehrt sich vor UN gegen Trump-Drohungen
US-Präsident Trump droht dem Iran vor den UN mit der «Hölle» – Teheran wehrt sich. Und sieht sich als «Opfer des Terrorismus». In New York gibt es aber auch Gespräche zwischen den Kriegsparteien.
US-Präsident Trump droht dem Iran vor den UN mit der «Hölle» – Teheran wehrt sich. Und sieht sich als «Opfer des Terrorismus». In New York gibt es aber auch Gespräche zwischen den Kriegsparteien.
Inmitten einer diplomatischen Sackgasse im Krieg zwischen beiden Ländern hat Irans Präsident Massud Peseschkian vor den Vereinten Nationen scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump vehement zurückgewiesen. «Gestern sagte der Präsident der Vereinigten Staaten, wir seien Terroristen. Wir sind Opfer des Terrorismus», sagte Peseschkian bei der UN-Generaldebatte in New York. Der US-Vertreter verließ bei der Rede des iranischen Präsidenten unterdessen demonstrativ den Saal.
Trump hatte dem Iran in seiner Rede am Vortag zum Auftakt der Generaldebatte zwei mögliche Optionen für den weiteren Verlauf des Konflikts skizziert: Ein Abkommen, das es dem Iran erlaube, zu großer wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden. Oder die Vernichtung der Islamischen Republik, um dem Iran «niemals wieder die Chance zu geben, Menschen zu töten und Länder zu zerstören». Wähle der Iran den Krieg, lande die Republik in der «Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen».
Auch Ukraine-Krieg rückt wieder in den Fokus
Bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen rückte unterdessen auch der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder in den Fokus. Unter anderem wird am Abend deutscher Zeit eine Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor der Vollversammlung erwartet, zudem trafen sich die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio.
Außenminister Johann Wadephul begrüßte die Gespräche. «Wenn Gespräche des amerikanischen Außenministers mit dem russischen Außenminister uns Verhandlungen näherbringen, dann wäre das eine gute Nachricht hier aus New York», sagte der CDU-Politiker. US-Außenminister Rubio teilte indes mit, die USA hätten den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen.
Peseschkian beklagt «Politik der Gewalt»
Irans Präsident Peseschkian beklagte in seiner Rede bei den UN eine internationale Ordnung der «Gewalttätigen». «Wir dürfen keine Welt schaffen, in der militärische Macht an die Stelle der Legitimität tritt, Sanktionen an die Stelle der Diplomatie, Terror an die Stelle der Politik und Krieg an die Stelle des Dialogs.» US-Präsident Trump solle «wissen, dass die Drohung gegen unsere Nation uns geschlossener macht, stärker macht und den Widerstand der Iraner vergrößert.» Der Iran wolle Zusammenarbeit mit der Welt. «Entweder werden wir die Sicherheit miteinander schaffen, oder wir werden die Unsicherheit miteinander ertragen.» Sein Land werde die zivile Nutzung von Kernenergie nicht aufgeben, sagte er weiter.
Drohungen – aber auch wieder Austausch im Iran-Konflikt
Trotz der gegenseitigen Drohungen während der UN-Generaldebatte waren am Rand der Veranstaltung am Dienstag aber auch erstmals seit Monaten wieder Vertreter der Kriegsparteien USA und Iran zu Verhandlungen zusammengekommen. Der Austausch am Rande der UN-Generalversammlung in New York sei «sehr gut» gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump danach vor Reportern. Iranische Staatsmedien bestätigten die Verhandlungen.
An den Verhandlungen nahmen laut Trump sein Unterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teil. Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht mitgeteilt. Witkoff selbst sprach auf der Plattform X von einer Gesprächsrunde, die über Vermittler stattgefunden habe. Man hoffe, dass sich diese als konstruktiv erweisen werde – die Vermittler würden ihre Arbeit fortsetzen.
Iran: Gespräche fanden auf Bitten von Witkoff statt
Iranische Staatsmedien hoben hervor, das Gespräch habe auf Bitten Witkoffs stattgefunden. Den USA seien unter anderem von Außenminister Abbas Araghtschi die Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus kommuniziert worden. Dazu zählen die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen Küste, die Auszahlung aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte sowie die Beendigung des Kriegs an allen Fronten, wie der staatliche Sender Irib berichtete.
Die «New York Times» nannte unter Berufung auf zwei iranische Beamte Pakistan und Katar als Vermittler der neuen Gesprächsrunde. Die beiden Staaten hätten sich intensiv für eine Rückkehr zur Diplomatie eingesetzt. Trump stellte vor Reportern eine baldige Fortsetzung der Gespräche in Aussicht – nannte aber keine Details.
Deutschlands Außenminister Wadephul traf sich mit seinem iranischen Kollegen Araghtschi und forderte Teheran zu einem Ende der Blockade der Straße von Hormus auf. «Es ist an Iran, sich konstruktiv an Verhandlungen zu beteiligen und den Würgegriff zu lösen».
Iran-Krieg galt als festgefahren
Der Iran-Krieg galt zuletzt als festgefahren – Gesprächsrunden zwischen den USA und dem Iran gab es länger nicht mehr. Anfang Juli trafen sich Vertreter der USA und des Irans in Doha getrennt voneinander mit Vermittlern aus Katar und Pakistan zu indirekten Gesprächen.
Ein zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Teheran – die Kontrolle der für den internationalen Öl- und Flüssiggashandel wichtigen Straße von Hormus – ist nach wie vor ungelöst.
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