Ärger um das Bandlogo
Thayer war 15, als er Kiss im Februar 1976 in seiner Heimat Oregon live sah - mit der Show, die das Quartett wenig später nach Deutschland brachte. «Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages in dieser Band spiele, hätte ich es niemals geglaubt», sagt der 65-Jährige, der viele Jahre hinter den Kulissen mit Kiss arbeitete, bevor er 2002 Leadgitarrist Ace Frehley ersetzte.
Typisch für Kiss in Deutschland war lange ein abgewandeltes Logo. Die beiden gezackten S erinnerten einige an die Runen der SS - ausgerechnet bei einer Band, deren Gründer Simmons und Paul Stanley jüdische Wurzeln haben. «Das sind Blitze, sehr Kiss-typische Blitze. Mit der SS oder der Nazi-Bewegung hatte das nichts zu tun», betont Thayer. Für Deutschland mussten T-Shirts und sogar die Felle der Bassdrum geändert werden. «Das war, ehrlich gesagt, ziemlich nervig.»
«Die Band hat sich nicht aufgelöst»
Seit dem Ende der «End of the Road»-Tour 2023 rätseln Fans, wie es mit Kiss weitergeht. Thayer stellt klar: «Die Band ist immer zusammengeblieben. End of the Road bedeutete das Ende der Tourneen.» Einzelne Auftritte oder sogar eine Konzertreihe an einem festen Ort seien weiter denkbar. Zudem soll 2028 in Las Vegas eine Show starten, in der - nach dem Vorbild von «Abba Voyage» - Avatare der Band auftreten. Thayer arbeitet selbst daran mit.
Warum Kiss in Deutschland so beliebt sind? «Auf unseren Europatourneen haben wir in Deutschland wahrscheinlich mehr Konzerte gespielt als in jedem anderen Land», sagt er.
Pesch erinnert an das Lebensgefühl der 70er und 80er Jahre. «Gerade in Deutschland, wo alles vielleicht sehr steril und ganz normal war, konnte man aus der Normalität ausbrechen und sich freuen», sagt sie. Vor allem aber zähle die Musik. Für Superfan Doro steht fest: «Kiss hatten schon immer die absolut besten Songs.»
Von Philip Dethlefs, dpa
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