Höhenflug mit «Thelma & Louise»
Mit «Thelma & Louise» begann 1991 ihr Höhenflug in Hollywood. Das feministische Roadmovie von Regisseur Ridley Scott («Blade Runner») war ein Kassenhit und setzte mit starken Frauenrollen neue Maßstäbe. Die Schlussszene ist unvergesslich: Auf der Flucht vor der Polizei fahren zwei Freundinnen, gespielt von Sarandon und Geena Davis, am Grand Canyon mit ihrem Ford Thunderbird in den Abgrund.
«Es war damals revolutionär, zwei Frauen zu zeigen, die nicht verfeindet sind und zusammen einfach Spaß auf der Leinwand haben», schaute Sarandon 2021 im Interview mit dem «Hollywood Reporter» auf die Dreharbeiten vor damals drei Jahrzehnten zurück. Zum 30-jährigen Jubiläum führten die beiden Schauspielerinnen den Film in Los Angeles vor. Der Erlös der Aktion ging an eine Lebensmitteltafel und an Davis' gemeinnützige Organisation, die sich für größeren Einfluss von Frauen in der Film- und Fernsehindustrie einsetzt.
Oscar für eine Nonnen-Rolle
Fünf Jahre nach «Thelma & Louise» folgte Sarandons Triumph auf der Oscar-Bühne. Nach vier Nominierungen als beste Hauptdarstellerin, darunter für «Thelma & Louise» und «Der Klient», holte sie 1996 unter der Regie ihres damaligen Partners Robbins den Oscar als beste Hauptdarstellerin. In dem Todesstrafen-Drama «Dead Man Walking» spielte Sarandon eine Nonne, die einen Mörder (Sean Penn) vor der Hinrichtung betreut. Der Film beruht auf den Erfahrungen der Ordensschwester und Aktivistin Helen Prejean, die sich in den USA gegen die Todesstrafe einsetzt.
Mit ihren Filmrollen bezieht Sarandon gerne Position. 2019 feierte das Sterbehilfedrama «Blackbird» beim Filmfestival in Toronto seine Weltpremiere. Darin spielt sie eine todkranke Patientin, die beschließt, ihr Leben zu beenden. Diese Entscheidung führt zu Spannungen mit ihren Töchtern, gespielt von Kate Winslet und Mia Wasikowska. Sie unterstütze das Recht, «in Würde zu sterben, ohne dass die Familienmitglieder wegen Mordes angeklagt werden», sagte Sarandon bei der Film-Premiere.
Auch Comedy-Talent
Die Charakterdarstellerin verdient aber auch mit leichten Komödien Geld. In «Tammy - Voll abgefahren» (2014) unternimmt sie als trinkfreudige Großmutter mit ihrer Enkelin (Melissa McCarthy) einen schrägen Roadtrip. 2017 blödelte sie in der Frauen-Komödie «Bad Moms 2» an der Seite von Mila Kunis und Kristen Bell mit.
Auch mit ihrer Tochter Eva Amurri («Californication») stand sie schon häufiger gemeinsam vor der Kamera, etwa in Komödien wie «Groupies Forever» (2002) oder «Der Chaos-Dad» (2012) und in dem Independent-Drama «Mothers and Daughters» (2016). In der Musik-Drama-Serie «Monarch» (2022), in der Sarandon eine Country-Sängerin spielte, stellte Amurri die Sängerin in jüngeren Jahren dar. Eine weitere Rolle fällt Sarandon dank ihrer jetzt 41-jährigen Tochter zu: Sie ist dreifache Großmutter.
Von Barbara Munker, dpa
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