Durchsuchung bei ProChemnitz

Wegen der unrechtmäßigen Veröffentlichung eines Haftbefehls im Zusammenhang mit dem Tod eines 35-jährigen Deutschen in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft die Fraktionsräume des rechtspopulistischen Bündnisses «Pro Chemnitz» im Rathaus durchsucht. 

Zudem seien am Montag drei Wohnungen und eine Rechtsanwaltskanzlei weitere Ziele der Maßnahmen gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit. Es werde in dieser Sache gegen drei Beschuldigte ermittelt. Verschiedene Speichermedien seien sichergestellt worden.

Ein Syrer und zwei Iraker stehen unter Verdacht, den 35-Jährigen am 26. August erstochen zu haben. Auf der Facebook-Seite von «Pro Chemnitz» war im Anschluss der Haftbefehl gegen einen der Männer veröffentlicht worden. 

Die Veröffentlichung von Haftbefehlen ist strafbar. Ein Beamter des Justizvollzugsanstalt Dresden hat inzwischen zugegeben, den Haftbefehl fotografiert und weitergegeben zu haben. Gegen ihn und weitere Verdächtige wird ebenfalls ermittelt.

Quelle: dpa