WhatsApp: Neue Funktionen und Privatsphäre-Möglichkeiten

Der Messengerdienst WhatsApp stand nach den letzten Updates immer wieder in der Kritik: Die neuen Nutzungsregeln haben eine Kontroverse ausgelöst und machten den Anschein, dass vertrauliche Daten an Facebook weitergegeben werden würden. Nun reagiert die Chat-Plattform und kündigt weitere Funktionen an.

Selbstlöschende Nachrichten und Chats

Der Chatdienst stellt neue Funktionen in Aussicht, die die Vertraulichkeit gewisser Daten in den Fokus stellt. Beispielsweise kann die Einstellung vorgenommen werden, dass bestimmte Nachrichten nur einmal gelesen werden können. Danach verschwindet der Text und ist im Chat nicht mehr einsehbar. Das kann laut WhatsApp-Chef Will Cathcart unter anderem dann nützlich sein, wenn man Passwörter weitergeben möchte.

Außerdem können bald auch gesamte Chats mit der Funktion versehen werden, sich nach einer festgelegten Zeit selbst zu löschen. „Die Menschen wollen insgesamt nicht, dass ihre Nachrichten für immer erhalten bleiben“, betonte Cathcart. „Wenn wir uns unterhalten, haben wir kein Aufnahmegerät dabei. Insofern ist es seltsam, dass digitale Chat-Plattformen die für immer speichern.“

 

Anzeigenkampagne zum Datenschutz

Die Facebook-Tochterfirma startete zudem am Montag, den 14.06.2021, in Großbritannien und Deutschland eine Kampagne, die die Vorteile und den Datenschutz von WhatsApp hervorheben soll. Selbst wenn kein direkter Zusammenhang zwischen der Kampagne und der Kontroverse nach dem letzten Update bestehe, können die Werbevideos möglicherweise aufgebrachte User beruhigen, indem sie zeigen, dass dank der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung lediglich die beteiligten Nutzer die Nachrichten einsehen können.

Allerdings räumte Cathcart ein, dass Fehler bei der Kommunikation bezüglich der neuen Nutzungsregeln gemacht wurden: „Wir müssen klar kommunizieren, was wir machen und warum. Wir wurden erst klarer, als wir die Verwirrung sahen. Das geht auf unsere Kappe.“



Deutliche Worte an Regierungen

Im Zuge der neuen Ankündigungen richtete Cathcart auch deutliche Worte an Regierungen, die versuchen den Messengerdienst für ihre Zwecke zu nutzen: „Ich hoffe, dass Regierungen mit der Zeiten einsehen, dass die wichtigste Rolle, die sie spielen können, ist, für mehr Sicherheit zu sorgen.“

Damit bezieht der US-Amerikaner deutlich Stellung zu den Versuchen mehrere Behörden und Regierungen, gegen die Komplett-Verschlüsselung vorzugehen. Auch in Deutschland besteht ein Gesetzesentwurf, der versucht die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufzuweichen. Dabei soll dem Verfassungsschutz auch die Überwachung von verschlüsselten Chatdiensten ermöglicht werden. Das ist bisher nicht der Fall.

 

Quelle: dpa

 

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