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AnnenMayKantereit – Schlagschatten

Am 07.12.2018 erschien AnnenMayKantereits zweites Studioalbum „Schlagschatten“. Es geht, wie schon auf dem ersten Album der Kölner Band „Alles Nix Konkretes“, vor allem um Beziehungen, um Liebe und das Verliebtsein.das auch die neue Vorab-Single „Marie“ enthält.

 

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by Vertigo Berlin

 

 „Marie“ bleibt bei all dem eine optimistische Nummer, was vor allem an ihrem Rhythmus liegt, aber trotzdem weht plötzlich etwas Düsteres durch die Strophen. Man fragt sich bei diesen Zeilen unweigerlich: Wie haben Christopher Annen (Gitarre), Henning May (Gesang, Klavier, Gitarre), Severin Kantereit (Schlagzeug) und Malte Huck (Bass) eigentlich diesen Wirbel der letzten Jahre überstanden? Diese rauschhafte Zeit, die aus den sympathischen Straßenmusikern erst einen geliebten Geheimtipp, dann die Hardest-Touring-Band Deutschlands mit bis zu 120 Konzerten im Jahr und später einen der erfolgreichsten heimischen Acts der letzten Jahre gemacht hat – mit einem Debütalbum („Alles Nix Konkretes“), das in Deutschland und Österreich auf die 1 ging und eigenen Festivals, die Wochen vorher ausverkauft waren?

Mit einem kleinen Team fielen AnnenMayKantereit im Sommer für vier Wochen in ein kleines spanisches Dorf ein, wo sie ein Haus mieteten und darin ein provisorisches Studio errichteten. Rund 80 Prozent der Songs standen da bereits – viele von ihnen auf Tour geschrieben und in Köln ausgearbeitet. „In dem spanischen Dorf wohnen sonst nur drei Familien, wir haben die Einwohnerzahl also verdreifacht“, lacht Henning. „Der Arbeitsrhythmus war so: Wir haben jeden Tag um zehn oder elf zusammen gefrühstückt, besprochen welches Lied wir uns an dem Tag vornehmen, und dann fast ein wenig auf Abruf gearbeitet.“ Malte ergänzt: „Wir wollten diesmal nicht alles live einspielen wie beim Debüt.“ Das ist auch der Grund, warum AnnenMayKantereit nicht wieder mit Moses Schneider als Produzenten arbeiteten, sondern diesmal mit dem Casper- und Sizarr-Produzenten Markus Ganter. „Moses ist ja so der ‚live-recorder’“, erklärt Henning. „Wir haben uns mit ihm getroffen und ihm erzählt, was mir machen wollen. Danach trafen wir uns mit Markus, weil wir eben mal eine andere Art des Arbeitens ausprobieren wollten. Er kam oft zu uns in den Proberaum in Köln und da haben wir gemerkt, dass die Chemie stimmt und er einen neuen Drive reinbringt.“ Wo andere Bands jetzt das Thema wechseln oder ein Hohelied auf den neuen Mann anstimmen würden, sagt Henning: „An dieser Stelle noch mal ein großes Kompliment an Moses Schneider: Ich glaube kein Produzent hat es je einer Band leichter gemacht, den Produzenten zu wechseln. Moses versteht wie wenige andere, dass eine neue Kennenlern-Dynamik manchmal wichtig ist für eine Band und man das nicht persönlich nehmen muss.“ Eines hat sich bei der Arbeit mit Markus Ganter jedoch nicht geändert: die Grundlage ihrer gemeinsamen Arbeit. „Wir haben eine feste Regel“, sagt Malte. „Jeder hat an seinem Instrument am Ende das letzte Wort.“ Es spricht für die Band, dass dieses Konzept so oft so gut ausgeht.