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Namika - Que Walou

Mit ihrem neuen Album „Que Walou“ hat die Frankfurter Rapperin, Songschreiberin und Sängerin Namika endgültig alle Genregrenzen hinter sich gelassen. Mit dem Nachfolger des Gold-Albums „Nador“ gelingt ihr ein hypermodernes Pop-Narrativ, das seine Kraft aus der Hip-Hop-Sozialisation der Protagonistin bezieht. Ein Album über Selbstbehauptung, Identität und die verdammte Suche nach dem Glück – Namika legt mit „Que Walou“ ihr Herz auf den Tisch.
Wir leben in einer popkulturellen Zeit, in der Genrebegriffe ebenso an Bedeutung verloren haben wie Herkunft. Hip-Hop ist zur global wichtigsten Jugendsprache geworden und hat eine noch exponiertere Stellung als zu seiner ersten genreübergreifenden Blütezeit in den Neunzigern. Damit einher geht eine interessante stilistische Öffnung in alle Richtungen, von der die Musik profitiert. Was allerdings lange fehlte, zumindest in Deutschland, waren Künstlerinnen und Künstler, die diese neue Offenheit allumfassend verinnerlicht hatten. Das kosmopolitische Allround-Talent Namika ist so eine Künstlerin.
 
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by Sony Music
 
 
Namikas neues, abermals mit dem Berliner Produzententeam Beatgees aufgenommene Album „Que Walou“ ist nun die logische Fortsetzung von „Nador“ – und zugleich dessen konsequente Weiterentwicklung. Namika ist durch die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre künstlerisch gereift und bringt ihr Anliegen noch deutlicher auf den Punkt. „Nador‘ und das neue Album sind vom Titel her wie auch inhaltlich Geschwister“, sagt sie. „Wegen der marokkanischen Bezüge, aber auch, weil es zwei Kapitel meines Lebens sind. Ich wollte zeitlose Musik machen, die dennoch den Nerv der Zeit trifft. Es ging nicht darum, auf irgendeinen Zug aufzuspringen, der gerade heiß am Laufen ist.“
 

Das ist ihr gelungen: „Que Walou“ ist eine Redenwendung aus dem in Zentralmarokko geläufigen Berberdialekt Tamazight und bedeutet - übersetzt und abhängig vom Kontext - entweder „wie nichts“ oder „für nichts“. Genau so klingt das Album nun auch: Leicht, bouncy, scheinbar mühelos. Das wichtigste Merkmal aller großen Kunst hat Namika verinnerlicht: man darf ihr die viele Arbeit nicht anhören, die in ihr steckt.

 

Das Album beginnt mit dem Titelsong und der wiederum mit einem Klavier, das durch einen Filter wie aus einer anderen Zeit zu uns dringt. Dann beginnt Namika zu rappen, in dreieinhalb Minuten erzählt sie ihr ganzes Leben, das in Teilen ein prekäres war. Es geht natürlich auch um die alte Pop-Sehnsucht: Raus aus den Verhältnissen, rein in ein besseres Leben. „Mae-yemmi que walou? / Mae-yaemmo ighaneqim / Ouaeren sekoue walou?”, singt Namika im Refrain. „Wieso wie für nichts? / Sollen wir etwa so verweilen / Und für immer wertlos bleiben?“ Es geht darum, sich nicht mit der Situation zufriedenzugeben, und trotzdem den Moment zu schätzen. Am Ende des Songs ist sie eine alte Frau, die stolz zurückblickt.
 
„Que Walou“ ist einer von insgesamt drei Songs auf diesem Album, die noch deutlicher als andere autobiografisch aus Namikas Leben erzählen, und so gewissermaßen den emotionalen und inhaltlichen Rahmen setzen. Neben „Hände“, einer Hommage an ihre Großmutter, gilt das außerdem für „Ahmed“, das vielleicht ergreifendste Lied auf „Que Walou“. Besagter Ahmed – Namikas Vater – hat die Familie früh verlassen. Vor einigen Jahren ist er nach einer Haftstrafe verstorben, kennengelernt hat Namika ihren Vater nie.
 
Tour
03.09. Hamburg, Mojo Club
04.09. Köln, Gloria Theater
05.09. München, Technikum