"Sekundäres Ertrinken": Eltern sollten das Phänomen kennen

Nicht selten hört man von tragischen Todesfällen von Kindern, die Tage nach dem Schwimmbadbesuch gestorben sind. Das Phänomen nennt sich "Sekundäres Ertrinken" und ist vielen Eltern gar kein Begriff...

Was sekundäres Ertrinken bedeutet

Nach dem Baden sieht noch alles in Ordnung aus, doch plötzlich befindet sich das Kind in Lebensgefahr oder stirbt gar. Viele Eltern kennen das sogenannte "Sekundäre Ertrinken" nicht. Doch was steckt dahinter?

Wenn Wasser in die Lunge gelangt ist oder das Kind versehentlich Wasser eingeatmet hat, können als Folge zeitlich verzögert Komplikationen auftreten. In der Lunge kommt es dabei zu Entzündungsreaktionen oder Ödemen, die den Gasaustausch beeinträchtigen. Sauerstoffmangel tritt auf, der unbehandelt zum Tod führen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Badeunfall in einem tiefen oder flachen Gewässer passiert ist. Kinder sind aufgrund ihrer Körpergröße besonders gefährdet.

 

Das sind die gefährlichen Symptome

Eltern sollten ihr Kind nach einem Badeunfall längere Zeit aufmerksam beobachten, auch wenn es so scheint, als wäre alles gut.

Man sollten es daher nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenn nach dem Schwimmen folgende Symptome auftreten: 

  • Übermüdung
  • Atemnot
  • Reizbarkeit
  • ungewöhnliche Stimmungsschwankungen

Diese Anzeichen sind zwar recht vage, sollten nach einem Schwimmbadbesuch aber trotzdem auf keinen Fall ignoriert werden! 

 

Schleunigst Notaufnahme aufsuchen

Falls das Kind hustet, blau gefärbte Lippen hat, verändert oder teilnahmslos wirkt oder sogar ungewöhnlich atmet, sollte man schleunigst eine Notaufnahme aufsuchen. Bereits eine kleine Menge Wasser kann bei kleinen Kindern riskant sein. Angaben des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zufolge, gelten bereits zwei Milliliter eingeatmetes Wasser pro Kilogramm Körpergewicht als gefährlich.

Bei einem Fünfjährigen mit Normalgewicht wären das in etwa 37 Milliliter Wasser – diese Menge passt in ein großes Schnapsglas. Senken lässt sich das Risiko, indem Eltern ihre Kinder beim Baden nie aus den Augen lassen, sie über die Risiken rund um das Wasser aufklären und ihnen frühzeitig das Schwimmen beibringen.

 

Quelle: Stern

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