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Neues von der fleischfrei-Front

Vegetarisch Kulinarisch
Die aktuellen tierfrei-Trends


Für Vegetarier und besonders Veganer ist der Verzicht auf jegliche tierische Produkte weniger Geschmacks-, sondern Einstellungssache. Die machen sich im Zuge des wachsenden Ernährungsbewusstseins immer mehr Leute zu eigen: Verzicht aus Überzeugung, Vegetarismus als Lifestyle. Doch Tier steckt in mehr, als man denken könnte - und so erweitert die (Veg)industrie eine rasch wachsende Produktpalette beständig, um ein tierproduktfreies Leben in allen Bereichen zu ermöglichen...

Nach aktuellen Schätzungen verzichtet schon fast 1/10el der Deutschen auf Fleisch. Einer solch großen Gruppe und ihrem ständigem Zuwachs muss geholfen werden - eine Aufgabe, die die meisten der Firmen nicht einfach aus Profit, sondern aus Überzeugung angehen: Mit der Mission, Verzichtern einen ebensolchen Lebensstandard bieten zu können wie alle anderen Konsumenten ihn bereits genießen.  

Steak vom Feld

So ist ein großer Trend in der tierfreien Ernährung denn auch die Entwicklung von Produkten mit dem Anschein eines Tieres - ein Hühnchen ohne Huhn quasi, ein Steak vom Feld also. Das klingt erst einmal absurd, doch tatsächlich gelingt es den Herstellern inzwischen, eine Mischung aus Soja-Eiweiß und verschiedenen Gewürzen wie ein Hühnchen aussehen - und schmecken - zu lassen! Oder einen Döner "mit allem" zu servieren. Gerade durch eine gute Würzung ist der Unterschied zu echtem Fleisch oft weniger schmeckbar als gedacht. Wer also ein saftiges Hendl liebt, aber Mitleid mit dem Tier hat, muss auch als Vegetarier nicht ganz auf seine Haxn verzichten.


Zahnpasta statt Fleischpastete

Schwieriger wird es natürlich, wenn man nicht nur Tier selbst, sondern auch tierischen Produkten entsagen möchte - quasi, um die Kühe und Hühner dieser Welt von jeglicher Verwendung zu menschlichen Zwecken zu entlasten. Mit einer so umfassenden Mission wird denn auch der Fokus ein ganz anderer: Es geht nicht nur mehr darum, was auf den Teller kommt - sondern was man ganz generell in sein Leben lässt.

Um beispielsweise den durch Fleischverzicht entstehenden Mangel an Vitamin B12 auszugleichen, lässt der deutsche Vegetarierbund (VEBU) derzeit eine Zahnpasta testen, die B12 übers Zähneputzen zuführen soll. Und wer Tiere wirklich liebt, will seinen eigenen natürlich nicht die Artgenossen zum Essen vorsetzen. Ausgewählte Märkte bieten inzwischen eine breite Palette an Tiernahrung an, die die Fleischstückchen durch Soja-Eiweiß und ergänzende Nährstoffe ersetzt. Selbst fürs Schlafzimmer bieten Shops wie vegan-wonderland.de organisch hergestellte Kondome und Gleitgels an.

Vegan aus dem Discounter

Der Vegi-Markt wächst und wächst also. Längst sind auch schon große Firmen wie FRoSTA auf den Zug aufgesprungen und bieten mit Produkten wie "Couscous Oriental" tierfreie Alternativen im Tiefkühlregal. Mit einer solchen Ausweitung fällt aber zumindest ein gern genanntes Vegi-Argument weg: Der "ökologische Vorteil". Diverse Experte haben des Öfteren behauptet, dass Fleischverzehr auch generell umweltbelastend sei, da durch Haltung, Herstellung, und Transport von Tieren und Produkten enorme Schadstoffmengen entständen.  Vegi-Produkte müssen diese Prozesse letztendlich aber genauso durchlaufen, bis sie dann Supermarkt ankommen. Und wer sich organische Produkte im Internet bestellt, ist für dieselben oder sogar längere Transportwege verantwortlich wie die "Fleischfresser".
 
Wer natürlich weiterhin geschont wird, sind die Tiere selbst - und darum soll's ja gehen. Durch bewussten Konsum können zwar auch Fleischgenießer in einem bestimmten Maße zur artgerechten Haltung und lebenswürdigen Bedingungen beitragen - aber eben nur bis zum Schlachtertisch. Wer konsequent sein möchte, muss also schon komplett auf tierische Nahrung verzichten. Ein guter Anfang für "Umsteiger" ist sicher das Internet. Dort gibt es massig Magazine, Blogs und Shops, die sich umfassend mit dem Thema beschäftigen. Wirklich auf den Geschmack kommen kann man dann auf Messen wie der Veggieworld, die Ende Februar in Wiesbaden stattfand und im September auch nach Düsseldorf kommt. Dort können sich Interessierte umfassend mit den kulinarischen Möglichkeiten und ethischen Hintergründen vertraut machen.

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