Ran an den Rost!Einfach Wurst auf den Rost und Bier in die Wampe? Wer denkt, Grillen sei nur was für Waldschrate, für den wird es zum Beginn des Sommers höchste Zeit, die hohe Kunst des Barbecue wieder zu entdecken....
...und den Grill aus dem Keller zu kramen. Wer noch keinen hat, sollte sich erst einmal fragen, was für einen Grill er sich am Besten zulegen sollte. Unter Brutzlern gilt nach wie vor: Mit Holzkohle schmeckt's immer noch am Besten. Wahre Grill-Freaks genießen es, an ihren Grill-Skills zu arbeiten und die "Brutzedur" immer weiter zu optimieren. Für wen weniger der Weg, sondern der gedeckte Tisch das Ziel ist: Gas ist schon auch okay - und wesentlich unkomplizierter. Dank spezieller Gewürze und Saucen muss man auch auf den echten Holzkohle-Flavour inzwischen nicht mehr verzichten. Bei Elektro-Grills ist die Grillerschaft sich hingegen einig: Bevor man auf Elektro grillt, kann man das Essen auch gleich in den Backofen schieben.
Also lieber grillen? Wer es ernst meint, sollte für seinen Grill schon Preise im Hunderter-Bereich hinnehmen. Lange Freude am Profi-Produkt setzt dann aber auch regelmäßige Pflege voraus - nicht nur um Funktionalität, sondern auch die Hygiene zu erhalten. Auch hier zahlt der Profi den Preis für das wahre BBQ-Feeling: Ein Holzkohlegrill ist mit Abstand am aufwendigsten zu reinigen. Fett- und Rauchreste brennen sich schnell ein und sind dann nur noch schwer zu entfernen. Idealerweise macht man sich also die Mühe und reinigt sowohl Rost als auch Kohleschale nach jeder Grillparty. Beim Gasgrill ist das Ganze mal wieder wesentlich einfacher: Die geringe Rauchentwicklung und das Abtropfen des Fetts in die Fangschale sorgen für wenig Verschmutzung. Wenn das Gehäuse hin und wieder in mit Spülmittel versetztes Wasser eingelegt wird, ist das ausreichend. Des Öfteren überprüft werden sollte einzig, ob die Leitungen fest sitzen.
Und was schmeißt man jetzt auf den Rost? Fleischtechnisch bieten Metzger wie Supermarkt natürlich eine reichhaltige Auswahl. Die Klasiker Rote Wurst und Nürnberger sind da fast schon das langweiligste Menü. Wie wäre es mal mit leckeren Putenbratwürsten? Oder einem saftigen Chili-Schweinebauch? Solche Variationen sind oft interessant gewürzt und entfalten einen ganz anderen Geschmack. Ausgefallene Varianten sorgen für noch mehr Spannung: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Espresso-Steak, das in Whiskey und Öl mariniert und anschließend mit gemörserten Espresso-Bohnen bestreut und gebraten wird? Fleisch ist eben nicht einfach nur Fleisch - der Fantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt.
Und so muss man sich nunmal auch nicht auf Fleisch reduzieren. Trotz ihres nassen Lebensraumes machen sich auch Meerestiere vorzüglich auf einem staubtrockenen Grill. Wie klingt zum Beispiel Kabeljau im Serranomantel? Erst einmal nach Drei-Sterne-Gourmetspeise, tatsächlich aber ein einfach zu machendes Grillrezept: Kabeljau-Filet waschen und trocken tupfen, in Streifen schneiden (idealerweise mit den Maßen des nachher verwendeten Schinkens), etwas mit Pfeffer, Salz, Zitronensaft würzen. Als "Bindemittel" dient eine dickflüssige Barbecue-Sauce, die man auf die Kabeljau-Streifen streicht. Dann halten die Serranoschinken-Streifen nämlich auch auf dem Grill, nachdem man sie dicht anliegend um die Kabeljau-Streifen gewickelt hat. So schmeckt das Meer! Mit Shrimps wird's noch exotischer. Die schmecken mit einer fernöstlich angehauchten Marinade aus Sojasauce, Habanero und Ingwer enthaltender Orangenmarmelade, Knoblauch, Essig und Sesamöl wunderbar asiatisch. Das Geschmackserlebnis intensiviert sich, wenn man die Shrimps vor dem Grillen noch eine Weile in der Marinade ziehen lässt. 
Foto: © eddiejdf/FlickrGanz ohne Getier geht natürlich auch auf dem Rost: Mit Zucchinis zum Beispiel, die man in Hälften schneidet, aushöhlt, und anschließend mit einer leckeren Paste aus Zutaten wie Öl, Knoblauch, Zwiebeln und Käse füllt. In der Alu-Schale auf den Grill, und - fertig! Noch einfacher macht man sich's mit Zucchini-Scheiben, die man in einer Schale auf den Grill legt und mit Öliven- oder Chili-Öl beträufelt. Einfach und pikant!
Und wer beim Grillen nicht ganz auf das Fleisch-Feeling für Burger oder Spieße verzichten möchte, grillt sich ganz tierfrei einfach gut gewürztes Tofu.
Ganz exquisit geht's am Grill auch: Wie wäre es denn mit in Rotwein marinierten Rehmedaillons? Oder einem Rosmarin-Lamm-Spieß mit schön viel Kräutern und Balsamico? Reduzieren muss man sich am Grill also sicher nicht auf Rote Wurst und Nürnberger...
...und auch nicht auf das, was auf dem Rost liegt: Zu einem abgerundeten Grill-Abend gehören auf jeden Fall frische Beilagen! Tomaten mit Mozarella in Balsamico zum Beispiel, oder ein leichter gemischter Salat, wahlweise auch herzhafte Varianten wie Kartoffel- oder Nudelsalat. Auch Kräuter- oder Knoblauchbaguette gehört auf jeden Fall dazu, und das kann man sich ebenfalls ganz einfach selbst machen: Baguette-Scheiben mit Öl beträufeln, Kräutergewürze und wahlweise Knoblauchstückchen drüber und - wenn der Grill schon besetzt ist - kurz in den Backofen!
Also: Schürze und Zange raus, Grill anfeuern, und mit einem kühlen Bier auf einen langen Sommer anstoßen!
...und wenn ihr noch musikalische Begleitung braucht: Die besten Grillsongs liefern wir! ![]()