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Hilfe zur Selbsthilfe bei Krebs: Immunonkologie

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Was ist Krebs und wie entsteht Krebs eigentlich?

Der Begriff Krebs steht für mehr als hundert verschiedene bösartige Zell- bzw. Gewebeneubildungen (Tumoren), die durch unkontrollierte Zellvermehrung entstehen können. Die Ursache hierfür sind Schädigungen im Erbgut der Zellen. Auslöser können beispielsweise Zigarettenrauch, UV-Strahlung der Sonne oder zufällige Zellveränderungen (durch fehlerhafte Verdopplung der Erbsubstanz während der Zellteilung) sein. Mit fortschreitendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit für solche Kopierfehler oder Zellschädigungen zu.[1]

Unser Immunsystem und die Tücken im Kampf gegen den Krebs

In der Regel erkennt unser Immunsystem krankhaft veränderte Zellen im Körper, aus denen sich ein Tumor bilden kann, bekämpft sie und macht sie unschädlich.[2] Dies erfolgt vor allem durch die T-Zellen, die vergleichbar mit einem „Streifenpolizisten“ sind und eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr spielen (Abb. 1).

 

Abb. 1: Die T-Zelle erkennt die Krebszelle anhand von Antigenen als krankhaft veränderte Zelle und leitet die Immunantwort ein.


Krebszellen haben diverse Mechanismen entwickelt, um der Zerstörung durch das Immunsystem zu entgehen. So können Krebszellen beispielsweise die körpereigenen T-Zellen lahmlegen und regelrecht ausbremsen: Hierfür nutzen die Krebszellen Rezeptoren, die sich auf der Oberfläche der T-Zelle befinden und die als „Schlösser“ fungieren. Über diese „Schlösser“, sogenannte Immun-Checkpoints, wird die Aktivität der T-Zellen reguliert, damit deren Aktivität im Gleichgewicht bleibt und nicht droht überhand zu nehmen.[3] Die Krebszellen können jedoch ebenfalls Moleküle auf ihrer Zelloberfläche ausbilden, die wie passende „Schlüssel“ funktionieren und nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an der T-Zelle andocken (Abb. 2).

 

Abb. 2: Krebszellen können die Funktion der T-Zelle hemmen und so eine Immunreaktion verhindern.

 

Dem Körper wird signalisiert, die Aktivität der T-Zelle zu drosseln und die Immunantwort gegen Krebszellen wird regelrecht außer Kraft gesetzt.[4] Hier setzen immunonkologische Therapien an: Sie verhindern das Andocken der Krebszelle an der T-Zelle und damit deren Inaktivierung.[3]

 

Die Immunonkologie eine echte Innovation in der Krebstherapie

Die Immunonkologie wird als Innovation im Rahmen der Krebstherapie betrachtet. Hierbei werden beispielsweise sogenannte anti-PD-1-Antikörper, wie z.B. der Wirkstoff Pembrolizumab oder Nivolumab, medikamentös verabreicht, um das körpereigene Immunsystem für den Kampf gegen den Krebs stark zu machen und zu reaktivieren.[5], [6] Die medikamentös verabreichten Antikörper binden an den Immun-Checkpoints der T-Zellen, wodurch die Krebszelle keine Möglichkeit hat, anzudocken. Die T-Zelle wird nicht mehr „ausgebremst“ und kann ihre Funktion des „Streifenpolizisten“ wiederaufnehmen (Abb. 3).[3], [4]

 

Abb. 3: Der medikamentös verabreichte Antikörper bindet an die Immun-Checkpoints und verhindert so das Andocken der Krebszelle.

 

Das körpereigene Immunsystem wird durch Reaktivierung zur Krebsbekämpfung wirkungsvoll eingesetzt. Fazit: Dieser Mechanismus beruht auf dem Schlüssel-Schloss-Prinzip und verhindert das Binden der Krebszellen an die Immun-Checkpoints auf der Oberfläche der T-Zelle und wirkt somit deren Inaktivierung entgegen.[4]

 

Immunonkologie gegen den schwarzen Hautkrebs

Jährlich erkranken in Deutschland rund 20.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs[7] – einer Krebserkrankung, die sich schon in früheren Stadien im Körper ausbreiten kann und im fortgeschrittenen Stadium in der Regel tödlich verläuft[8]. Das zeigt: In dieser Krebsart ist der Bedarf an wirksameren Therapien nach wie vor besonders hoch. Anti-PD-1-Antikörper, wie zum Beispiel der Wirkstoff Pembrolizumab oder Nivolumab werden bereits zur Therapie des schwarzen Hautkrebses im fortgeschrittenen Stadium eingesetzt.[5], [6] Anders als bei bisherigen Krebstherapien werden hierbei die Krebszellen nicht direkt durch die Medikamente angegriffen, sondern das Immunsystem gegen den Kampf von Krebs wirkungsvoll mobilisiert. Dies bedeutet „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch die Reaktivierung der „ausgebremsten“ T-Zellen des Immunsystems.[4] Aktuell wird dieses Wirkprinzip auch bei anderen Krebsarten auf seine Wirksamkeit getestet.

 

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch hier: www.melanom.de.

 



[1]  Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Krebsentstehung. Krebs: Was ist das eigentlich? Online unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsentstehung-faq.php

[2]  Finn OJ. Ann Oncol. 2012;23 Suppl 8:viii6-9.

[3]  Pardoll DM. Nat Rev Cancer. 2012;12:252–64.

[4]  Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Das Immunsystem. Warum entgehen Krebszellen dem Immunsystem? https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/immunsystem.php#inhalt13

[5]  Fachinformation KEYTRUDA®, Stand Juli 2015.

[6]  Fachinformation OPDIVO®, Stand Oktober 2015.

[7]  RKI, Krebs in Deutschland 2009/2010, 9. Ausgabe, 2013.

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