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Wenn man nach dem Tod online weiter lebt...

Der Tot beendet unser Leben aber noch lange nicht unsere Online-Präsenz. Aber was passiert mit unseren Accounts, Verträgen und Abonnements wenn wir einmal nicht mehr sind?

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Shutterstock 127894811, by rpr1admin

Bild: Shutterstock.com

Digitaler Nachlass - Eltern erben das Facebook-Konto ihres Kindes

Wenn dem Erben das Passwort fehlt

Der neuste Beschluss des Landgericht Berlin weißt eindeutig den Angehörigen das Facebook-Profil eines minderjährigen Verstorbenen zu. Ein Profil wäre wie ein Tagebuch oder ein Brief anzusehen und stehe so, rechtlich den Hinterbliebenen zur Verfügung. Zu diesem Urteil, kam es durch die Klage einer Mutter, die ihre Tochter 2012 unter bisher ungeklärten Umständen verloren hatte. Die Mutter hofft nun über das Facebook-Konto der Verstorbenen an Informationen oder Motive für einen möglichen Suizid ihrer Tochter zu gelangen. Das Landgericht Berlin entschied, dass das Persönlichkeitsrecht eines verstorbenen Kindes nicht der Entscheidung entgegen stehen, da man als Eltern berechtigt sei, über die Aktivitäten des minderjähriges Kindes Bescheid zu wissen.

Was passiert mit unserer Online-Identität?

Da in der Zwischenzeit die meisten von uns vieles über das Internet regeln sollte man sich bereits zu Lebzeiten über die Nachlassverwaltung in sämtlichen Online-Bereichen erkundigen. Konten, Pay-Pal Accounts und E-Mail-Postfächer sind neben den Social Media-Profilen nur wenige Beispiele für unsere Präsenz im Netz. Was aber passiert mit unseren ganzen Abos und Konten wenn wir einmal nicht mehr sind?

Um unseren weltlichen Nachlass kümmern sich  Verwandte und Bestatter, aber im Internet leben wir weiter. Das stellt unsere Erben vor ein großes Problem, denn ohne Passwort haben sie keine Zugriffsrechte auf unsere Online-Accounts. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) schreiben sich nur 43% der Menschen ihre Login-Daten auf, bei den restlichen sind sie nach dem Ableben unwiderruflich verloren.

 

Allein der Tod löst Verträge nicht auf

Was aber haben die Hinterbliebenen für Möglichkeiten? Denn "Grundsätzlich tritt der Erbe in die Fußstapfen des Verstorbenen", sagt Anton Steiner, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht. Das bedeutet, nach unserem Tod  müssen sie alle von uns getätigten Onlineaktivitäten regeln. Verträge, Abonnements oder laufende Versandbestellungen müssen von unseren Vertretern entweder weiter bezahlt oder gekündigt werden, denn allein durch den Tod lösen sich die meisten Abschlüsse nicht auf.

Wir sollten also bereits vor unserem Tod dafür sorgen, dass unseren Nachlassverwaltern Passwörter zur Verfügung stehen. Verbraucherschützerin Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, empfiehlt auf einen verschlüsselten USB-Stick zurück zugreifen, diese sind auch für den Laien einfach zu bedienen und es können alle Daten darauf gespeichert werden. "Auf jeden Fall sollte man einen Nachlassverwalter schriftlich bestimmen. Das muss nicht zwingend der Erbe sein", erklärt Steinhöfel weiter.

Gedenkseite oder Kontodeaktivierung

Bei Facebook haben Angehörige die Möglichkeit, das Profil des Verstorbenen als Gedenkseite weiter bestehen zu lassen. Um den Account zu löschen, braucht man neben Sterbeurkunde auch einen Nachweis der Familienzugehörigkeit. Bei Google+ kann man, bereits zu Lebzeiten Vorkehrungen in den Optionen treffen, was bei einer längeren Abstinenz mit dem Konto passiert.

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Unbenannt 1, by rpr1admin

Bild: Screenshot Facebook / Hilfe

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Google Einstellungenscreenshot, by rpr1admin

Bild: Screenshot Google+ / Hilfe

Prinzipiell sollte allen klar sein: Regelt man diese Dinge nicht vor dem Tod, kann es nicht nur zeitaufwendig, sondern auch teuer für die Hinterbliebenen werden. Nicht selten braucht man IT-Spezialisten, um alle Accounts aufzuspüren und Passwörter zu knacken. Deshalb gilt wie bei allem anderen auch, lieber vorsorglich die notwendigen Vorkehrungen treffen!

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