Zappelphilipp-Syndrom bei früh eingeschulten Kids

Laut einer neuen Studie erkranken früh eingeschulte Kinder häufiger an ADHS...

Kinder Shutterstock 480x

Bild: Shutterstock

 

Experten haben einen Schuldigen...

Bei früh eingeschulten Kindern

häufiger ADHS diagnostiziert 

Laut einer neuen Studie erkranken früh eingeschulte Kinder häufiger an ADHS. Laut den Forschungsergebnissen zeigen 5,3 Prozent der Schüler in den Folgejahren starke Verhaltensauffälligkeiten.

Zappelphillip-Diagnose

Eine ADHS-Diagnose wird häufiger für Kinder ausgestellt, die früh eingeschult wurden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Ludwig-Maximilinas-Universität München und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

Laut der durchgeführten Untersuchung wurde bei Kindern, die mit fünf Jahren oder kurz nach ihrem sechsten Geburtstag eingeschult wurden in 5,3 Prozent der Fälle das „Zappelphillip-Syndrom diagnostiziert. Außerdem bekommen jüngere Kinder auf häufiger Medikamente gegen die  Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Direkter Vergleich mit älteren Mitschülern

Die Ergebnisse decken sich ebenfalls mit Untersuchungen aus anderen Ländern. Forscher vermuten, dass das Verhalten der jüngeren, häufig aktiveren und unreiferen Schüler mit denen der älteren verglichen wird. Impulsivität, Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit wird möglicherweise in diesem Zuge oftmals als ADHS interpretiert, was die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose und einer medikamentösen Behandlung erhöhe.

Schueler Shutterstock01

Bild: Shutterstock.com

Problem Einschulungspolitik und Stichtagsregelung

Die Experten machen die Einschulungspolitik und die Stichtagsregelung mitverantwortlich. Der Stichtag regelt den Beginn der Schulpflicht. Kinder, die bis zu diesem Termin ihren sechsten Geburtstag feiern, werden nach den Sommerferien desselben Jahres eingeschult. Noch bis 2003 war dieser Termin in allen Bundesländern gleich. Danach wurde er nach hinten verschoben. In Rheinland-Pfalz liegt dieser nun beim 31. August.

Sieben Millionen Kinder analysiert

Für die Studie analysierten die Experten Daten von sieben Millionen Kindern zwischen vier und 14 Jahren aus einem Zeitraum von 2008 bis 2011. ADHS ist die häufigste psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen. In Deutschland sind 500.000 bis 600.000 Kinder und Jugendliche betroffen.

Kinder, die von der psychischen Störung betroffen sind, zeigen weniger Ausdauer, sind leichter ablenkbar und haben einen hohen Bewegungsdrang. Außerdem neigen sie zu impulsiven stark emotional geprägtem Verhalten. 

Weitere Themen

Mehr von RPR1.