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Teure Leckereien

Unter #foodporn findest du die leckersten Speisen, das Posten ist allerdings nicht immer erlaubt!

Burger Foodporn Bildonly
Burger Foodporn Bildonly, by rpr1admin

Bild: julettn / Instagram

Die Bilder der Leckereien zu veröffentlichen könnte teuer werden

 #foodporn ist voll im Trend…


Du scrollst auf Facebook, Instagram oder Twitter rauf und runter und siehst immer wieder Bilder von leckerem Essen. Unter #foodporn posten und teilen mittlerweile immer mehr Personen ihre Speisen. Was die meisten nicht wissen, wenn es Essen aus einem Restaurant ist, könnten enorme Kosten auf die Hipster-User zukommen.

Promis waren die Vorbilder. Sie hatten begonnen, ihre Leckereien der Welt mitzuteilen. Mittlerweile macht es jeder. Ob Supermodels, Schauspieler, Sänger oder die Normalos – einfach alle sind dem Food-Trend verfallen. Einmal zeigen sie ihre exotischen Obstsorten, schön angerichtet mit Zimt und Müsli, um Personen für eine gesunde Ernährung zu motivieren und ihnen zu zeigen, dass man nur mit der bekannten ausgewogenen Ernährung einen schönen Körper bekommt. Andere posten gerade extra das Gegenteil, wie zum Beispiel Supermodels, die auch gerne einmal den einen oder anderen Döner, Kuchen oder einen deftigen Burger mit Pommes hochladen. Juristisch gesehen, wissen die meisten jedoch nicht, dass sie sich mit ihren coolen Posts auf ganz dünnem Eis bewegen.

 

Den Koch um Erlaubnis fragen?

Bereitest du dein Essen selbst zu, ist alles noch im grünen Bereich…aber Achtung bei Luxusspeisen in hochwertigen Restaurants und edlen Naschereien in Confiserien. Diese Fotos solltest du mit Vorsicht genießen. Woran das liegt? Das edel angerichtete Essen gilt als (Kunst-)Werk des Schöpfers und ist daher Urheberrechtlich geschützt. Das erklärt, weshalb die schönen Foodbilder im Einzelfall sehr teuer werden können. Das Veröffentlichen von Werken eines fremden Künstlers ist nämlich rechtswidrig und mit Strafen behaftet. Sollte der User diese Warnung nicht wahrnehmen und blindlings darauf los posten, können ihm Abmahnungen ins Haus flattern. Bist du also schick essen und möchtest auch weiterhin das bekannte Sternerestaurant besuchen, müsstest du eigentlich den Koch nach Erlaubnis fragen, ob du sein Meisterwerk auf den sozialen Netzwerk präsentieren und die anderen User neidisch machen darfst.  

Viele verstehen natürlich nicht, wie eine ganz normale Mahlzeit urheberrechtlich geschützt sein kann. Immerhin postet mittlerweile jeder seinen "Salat Nizza" oder seine Pizza vom Italiener um die Ecke. Hier wird dieses spezielle Recht wahrscheinlich auch nicht greifen. Somit kannst du völlig beruhigt ein Bild von deinem Abendessen teilen. Allerdings wurde im November 2013 ein Urteil in der angewandten Kunst durch den Bundesgerichtshof gesprochen welches besagt, dass „Mit dem sogenannten Geburtstagszug-Urteil die Schöpfungshöhe in diesem Bereich abgesenkt worden [ist]“.

 

Die Justiz ist bei Urheberrechtsfragen mehr als streng

Das Urheberrecht schützt individuelle Kreationen (Kunst) sowie den Schöpfer dieser Meisterwerke. Lediglich der Urheber selbst hat das Recht sein Werk zu vervielfältigen, veröffentlichen und zu verbreiten. Möchte ein Fremder das Werk für seine Zwecke nutzen, muss die Person den Urheber nach der Erlaubnis fragen. Notfalls muss der Verwender einen "Betrag X" an den Urheber zahlen und sich die Rechte an dessen Werk erkaufen. Da die meisten #foodporn-Junkies die Köche nicht fragen, ob sie das Essen posten dürfen, wäre es durchaus möglich, dass die Köche die User verklagen können. Bisher ist dies jedoch nicht der Fall gewesen. Da im Urheberrecht eine große Spanne für Strafen aussteht, könnten die hungrig machenden Bilder recht teuer werden. Von „wenigen“ Hunderten von Euro bis hin zu einem vierstelligen Betrag können die Kosten ausarten.

Muesli Foodporn
Muesli Foodporn, by rpr1admin

Bild: marialenschowandersen /Instagram

„Bitte hier im Restaurant das Essen nicht instagrammen!“

Mit diesem ausdrücklichen Satz setzte ein Wirt in seinem Restaurant in Berlin ein Zeichen bezüglich des neuen Trends. Da in diesem Lokal der schöpferische Wert der Leckereien nicht unter das Urheberrecht fällt, verhindert der Wirt seit Jahren das Posten des Essens mit Hilfe dieses Zettels, den er gut lesbar im Lokal platzierte. Zwar erregte er damit viel Aufsehen bei den #foodporn-Freunden, trotzdem halten sich die Besucher daran. Dies hat auch einen Grund, denn wenn der Inhaber über sein Hausrecht ausdrücklich das Fotografieren der Speisen untersagt, sollte man sich daran halten – ansonsten kann auch hier ein leckeres Foto teuer werden.  

 

#foodporn #grandpa #furore

Ja, ein Opi hat genau das getan und für Furore gesorgt. Auf seiner Facebook-Seite „Jürgen fotografiert sein Essen“ postete der ältere Mann sein eher unappetitliches, lieblos auf den Teller geklatschtes Essen und machte es im Pflegeheim publik. Anschließend drohte ihm die Heimleitung mit Rauswurf. Der coole Opi hat allerdings in der Öffentlichkeit viele Anhänger gefunden und so zog das Heim die Drohung auf  Grund des Druckes von außen wieder zurück. Er setzte einen neuen Trend. Die Facebook-Seite „Wir fotografieren unser Essen“ wurde erstellt und hat mittlerweile um die 35.000 Likes.

 

Cleverness hilft

Das Internet ist überflutet von Posts und Bildern. Die meisten davon sind wahrscheinlich Urheberrechtsverstöße, trrotzdem interessiert es so gut wie niemanden. Das hat einen einfachen Grund: Wer lobt, was er isst, bekommt mit dem Koch keine Probleme. Wahrscheinlicher ist dies, wenn jemand das Essen verspottet und darüber öffentlich lästert.

Durch das Posten der Speisen bekommen die Restaurants zusätzliche Aufmerksamkeit und  machen somit „kostenlos“ Werbung. Besser als in den sozialen Netzwerken kann es eigentlich gar nicht laufen. Viele Personen werden darauf aufmerksam, können sich ein erstes Bild machen und werden hungrig vom schönen Anblick der besonderen Kochkünste.

 
Aber mal ehrlich, wer postet schon schlechtes Essen? Sinn des #foodporn ist es doch, den Leuten zu zeigen, wie „geil“ Essen ist und das man es kaum erwarten kann endlich den Teller leer zu futtern.  

Also dann "Guten Appetit!"

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