Geheime Codes entlarvt

Nach dem ersten Lesen wirken Arbeitszeugnisse meistens recht positiv. Doch das steckt wirklich hinter dem Personaler-Fachjargon…

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Bild: Pressmaster/Shutterstock

 

Geheime Codes entlarvt

 Das steht wirklich in Eurem Arbeitszeugnis...

Nach dem ersten Lesen wirken Arbeitszeugnisse meistens recht positiv. Doch das steckt wirklich hinter dem Personaler-Fachjargon…

 

Versteckte Botschaften

Arbeitgeber sind verpflichtet einem ausgeschiedenen Mitarbeiter ein wohlwollendes Zeugnis auszustellen. Doch wie so oft liegt auch hier der Teufel im Detail, oder besser gesagt in den Formulierungen. Wie Bild berichtet, wissen Personaler ganz genau, wie sie sich ausdrücken müssen, um einem Ex-Mitarbeiter ein ehrliches Arbeitszeugnis vorzulegen, das dennoch für Laien nicht negativ klingt. Laut dem aktuellen Finanztest muss unter anderem besonders auf folgende Aussagen geachtet werden:

 

Vorsicht bei diesen Formulierungen:

„Nicht unerhebliche Erfolge“
Ist gleichbedeutend mit „gar keine Erfolge“

„Erfolgreich delegiert“
Heißt einfach so viel wie „er drückte sich vor der Arbeit“

„Nichts zu beanstanden“
Klingt nur auf den ersten Blick positiv. Eigentlich bedeutet es, dass es über diesen Arbeitnehmer einfach gar nichts zu berichten gibt.

„Sein Verhalten gab keinen Anlass zu Beanstandungen“
Doppelte Verneinungen sind als Abwertung zu verstehen.

Das Ausscheiden des Mitarbeiters wird am Ende des Zeugnisses nicht bedauert?
Dann ist er wohl auch kein großer Verlust!

„Auf dem Gebiet XYZ zeigte er vollen Einsatz“
Einschränkungen auf ein Fachgebiet werfen Fragen zu den anderen Arbeitsbereichen auf. Dort zeigte er also keinen vollen Einsatz?!

„Die ihm übertragenen Aufgaben, erfüllte er stets zur vollsten Zufriedenheit“
Passivität wird gelobt? Und pro-aktiv agierte er also gar nicht?!

„Er arbeitete mit größter Genauigkeit“
Heißt so viel wie „Er war ein langsam und pingelig“.

„Er trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“
... und schießt sich auf Betriebsfeiern regelmäßig ab!

„Er hatte Zeit sich das nötige Fachwissen anzueignen“
Die Zeit hatte er, aber genutzt wurde sie offenbar nicht.

„Er war ein verständnisvoller Vorgesetzter“
Allerdings ohne jeden Funken Autorität!

 

Im Zweifel: Einspruch erheben

Wenn das vorliegende Arbeitszeugnis eine der oben genannten Ungereimtheiten aufweist oder vielleicht unvollständig ist, sollte man unbedingt nochmal beim (Ex-)Arbeitgeber nachhaken und gegebenenfalls eine Korrektur des Zeugnisses einfordern.

Quelle: Bild.de / Finanztest

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