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Fußballfan verschwindet - für 10 Jahre

Es waren nur noch fünf Minuten zu spielen, Rolf Bantle machte sich auf zur Toilette, er sollte erst Jahre später wieder auftauchen...

 

Aus einem Tag wurden Jahre

Das längste Fußballspiel der Welt


Wie die "Schweiz am Sonntag" berichtet feuerte Rolf Bantle seinen Lieblingsverein, den FC Basel am 24. August 2004 erfolglos an. Im Mailänder San-Siro-Stadion waren nur noch fünf Minuten der regulären Spielzeit abzuleisten und Basel unterlag bereits 4:1 dem Inter Mailand. Der Schweizer machte sich derweilen auf zur Toilette um dem späteren Ansturm aus dem Wege zu gehen.

Er verlor völlig die Orientierung

Seine Freunde aus der Wohn- und Werkheimsgruppe Dietisberg, die mit ihm nach Mailand gereist waren, sollten ihn lange Zeit nicht mehr zu Gesicht bekommen. Denn es passierte etwas Unglaubliches, für Bantles wurde aus dem Tagestrip nach Mailand, die längste Reise seines Lebens. Erst zehn Jahre nachdem er die Niederlage seines Teams hinnehmen musste, tauchte er wieder auf. Die Geschichte von Rolf Bantles begann als er von der Toilette zurückkam. Vergeblich versuchte er seine Freunde in den Massen von Menschen auszumachen, die aus dem Stadion strömten. Er wartete ab, doch er fand sie nicht. Er verließ das Stadion und wollte zurück zum Auto, mit dem sie zum Stadion gefahren waren, doch er hatte bereits völlig die Orientierung verloren.

Aus Rolf Bantle wurde "Rudi von Rodolpho"

„Irgendwann war es mir zu blöd“, sagte er in einem Interview gegenüber der „Schweiz am Sonntag“. Er entschied sich damals einfach in Mailand zu bleiben - Als Obdachloser. In Basel lebte der damals 61-Jährige in einem Heim für betreutes Wohnen und fühlte sich nie richtig zu Hause. „In den Heimen fühlte ich mich eingeengt. Die plötzliche Freiheit gefiel mir“, erklärte er weiter der „Schweiz am Sonntag“. 10 Jahre lebte Bantle fortan auf den Straßen Mailands. Er schlief in einem Schlafsack und kaufte sich Essen von Spenden, die er vor allem von ansässigen Studenten bekam. Er ließ sich im Bezirk Baggio im Westen der Stadt nieder "Ganz Baggio rief mich bald Rudi, von Rodolpho. Es gab für mich schnell keinen Grund mehr, heimzukehren".

Seine Identität wurde gelüftet

In seiner Heimat Basel-Stadt wurde Ralf Bantle von der Amtsvormundschaft als vermisst gemeldet. Als die Fahndungen nach ihm auch Jahre später noch erfolglos blieben, wurde er am 29. September 2011 vom Gericht als verschollen erklärt. An einem regnerischen Abend im April, verletzte sich der Obdachlose jedoch am Oberschenkel. Als er mit einem Rettungswagen in die Mailänder Klinik gebracht wurde, bemerkte diese, dass Bantle nicht krankenversichert sei. Seine Identität wurde gelüftet und zur weiteren Behandlung wurde er zurück in die Schweiz gebracht. Hier lebt er seit Juni 2015, im Alterszentrum zum Lamm in Basel.

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